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StartseiteSternzeit"Hubble" bekommt die Klappe nicht zu 08.07.2021

Alterserscheinungen beim Weltraumteleskop "Hubble" bekommt die Klappe nicht zu

Seit mehr als 31 Jahren kreist das "Hubble"-Weltraumteleskop um die Erde. Als Auto gälte es bereits als "kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut" und hätte ein H-Kennzeichen. Allmählich zeigt sich immer deutlicher, dass auch das legendäre Instrument in die Jahre kommt.

Von Dirk Lorenzen

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Aufnahme des Hubble Space Telescope im All (picture alliance / NASA/Cover Images)
Das Hubble-Weltraumteleskop befindet sich seit mehr als 31 Jahren in der Erdumlaufbahn (NASA/ESA) (picture alliance / NASA/Cover Images)

Im März sorgte eine Softwarepanne dafür, dass das Teleskop in den "Sicherheitsmodus" schaltete. Dann enden sofort alle Beobachtungen und die Frontklappe schließt sich, damit nicht versehentlich Sonnenlicht in das Teleskop fällt und die Optik zerstört.

Beim Eintritt in den Safe Mode blieb die Klappe aber offen. Wie sich herausstellte, war der Motor defekt. Er stammt aus den 80er-Jahren und war zuletzt im Jahr 2009 im Einsatz. Während der letzten Wartungsarbeiten durch eine Space-Shuttle-Besatzung war die Klappe aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Der kosmische Pinguin oder Kolibri: Das Galaxienpaar Arp 142, aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop  (NASA / ESA)Der kosmische Pinguin oder Kolibri: Das Galaxienpaar Arp 142, aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop (NASA / ESA)

Da fast alle wichtigen Komponenten mehrfach vorhanden sind, hat das "Hubble"-Team nun auf den Ersatzmotor umgeschaltet. Im Juni gab es wieder Probleme mit dem Bordcomputer. Da gelang es nicht, sofort auf ein Zweitgerät umzuschalten. Kritisch ist auch der Zustand der Gyroskope. Das sind Kreisel, ohne die sich das Teleskop nicht präzise ausrichten lässt. Drei der sechs Gyroskope sind bereits ausgefallen – die verbliebenen drei werden alle gebraucht.

Das "Hubble"-Team, zu dem Fachleute von NASA und ESA gehören, ist äußerst kreativ, für jede noch so schwierige Lage eine Lösung zu finden. So ist man optimistisch, mit dem Oldtimer-Teleskop noch etliche Jahre tief ins All zu blicken – auf Planeten, Gasnebel und ferne Galaxien.

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