Río de la Plata
Argentinien: Gestrandeter Wal trotz Rettungsaktion gestorben

Der Vorgang erinnert an die fehlgeschlagene Rettung des Buckelwals "Timmy", der sich im Frühjahr in die Ostsee verirrt hatte: In Argentinien ist ein Seiwal auf einer Sandbank im Fluss Río de la Plata gestrandet und trotz einer großangelegten Hilfsaktion gestorben.

    Unterwasserfoto: Der riesige längliche Seiwal schwimmt im blauen Meer, die Wasseroberfläche wirft helle Reflexe auf den Tierkörper.
    Ein Seiwal im Atlantik vor der US-Küste. (Symbolbild) (dpa / WILDLIFE / WILDLIFE / D.Perrine)
    Die Naturschutzstiftung "Temaikén" teilte den Tod des Tieres vor der Küste von San Fernando mit, einem Vorort nördlich der Hauptstadt Buenos Aires. Zuvor hatten Rettungsteams mit einer aufwendigen Aktion mehr als einen Tag lang versucht, das sieben Meter große Tier aus seiner Notlage zu befreien. Dessen Situation war von Anfang an als kritisch bezeichnet worden, denn das gesamte Gewicht des Wals lastete auf seinem Bauch, was die Funktion seiner Organe beeinträchtigte. Um den Stress für das tonnenschwere Tier zu verringern, hielten die Helfer seine Haut feucht.
    In dem Flussabschnitt gibt es große Gezeitenschwankungen und zahlreiche Sandbänke. Die Teams hatten eigentlich geplant, den Anstieg des Wasserstands zu nutzen, um das Tier freizubekommen und ins tiefere Wasser zu leiten, damit es von dort ins Meer zurückkehren kann.
    Der Seiwal war am Freitag erstmals gesichtet worden. Seiwale zählen zur Familie der Furchenwale. Sie sind nach dem Blau- und dem Finnwal die drittlängste Walart.
    In Deutschland war der "Timmy" genannte Buckelwal im April nach tagelangen Rettungsversuchen schließlich mit einem Lastkahn von Gewässern an der deutschen Ostseeküste in die Nordsee gebracht worden, starb aber kurz darauf. An dem Vorgehen hatte es viel Kritik gegeben, auch von Tierschützern.
    Diese Nachricht wurde am 26.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.