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StartseiteSternzeitDie Marsmonde von Laputa15.10.2014

AstronomieDie Marsmonde von Laputa

In seinem legendären Roman "Gullivers Reisen" beschreibt der irische Schriftsteller und Satiriker Jonathan Swift unter anderem die fliegende Insel Laputa, deren Bewohner sehr an Mathematik und Astronomie interessiert sind.

Von Dirk Lorenzen

Der Marsmond Phobos, fast wie von Jonathan Swift beschrieben (NASA)
Der Marsmond Phobos, fast wie von Jonathan Swift beschrieben (NASA)
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Jonathan Swift schreibt, dass die Astronomen dort bereits 93 Kometen entdeckt und ihre Bahnperiode sehr genau bestimmt hätten. Zudem kennen die Himmelsforscher auf Laputa zwei Marsmonde.

Der Autor war seiner Zeit weit voraus. "Gullivers Reisen" ist 1726 erschienen - gut dreißig Jahre, bevor erstmals der Halleysche Komet wie vorhergesagt wieder am Himmel erschienen ist.

Von den Marsmonden weiß Jonathan Swift zu berichten, sie zögen in nur drei und fünf Planetendurchmessern Abstand um Mars herum - und bräuchten für einen Umlauf zehn beziehungsweise gut einundzwanzig Stunden, also weniger als einen Marstag.

Er geht sogar auf das dritte Keplersche Gesetz ein, das Umlaufzeiten und Entfernungen der Monde in Beziehung setzt.

Erst anderthalb Jahrhunderte später hat der US-Astronom Asaph Hall tatsächlich zwei Marsmonde beobachtet. Phobos und Deimos brauchen siebeneinhalb und dreißig Stunden für eine Runde um den Planeten - die Parallelen zu den Laputa-Monden sind erstaunlich.

Doch sollte man Jonathan Swift keine zu großen seherischen Fähigkeiten zuschreiben. Zu seiner Zeit war bei der Erde ein Mond bekannt, bei Jupiter kannten die Astronomen vier.

Da lag die Vermutung nahe, Mars - der Planet zwischen den beiden - müsse zwei Monde haben. Und da sie noch nicht entdeckt waren, mussten sie dem Planeten recht nah sein.

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