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StartseiteSportgesprächAuf Augenhöhe30.10.2016

AthletenvertretungAuf Augenhöhe

Die deutschen Athleten wollen sich unabhängiger machen von ihrer Dachorganisation, dem Deutschen Olympischen Sportbund, der sie finanziert. Eine Athletengewerkschaft sei noch nicht der Plan. Aber die Vollversammlung aller deutschen Athletensprecher hat beschlossen, die Eigenständigkeit zu prüfen.

Silke Kassner (DOSB-Athletenkommission) und Marc Schuh (Para-Leichtathletensprecher) im Gespräch mit Andrea Schültke

Marc Schuh, Athletensprecher der Para-Leichtathleten und Silke Kassner, Mitglied der DOSB-Athletenkommission (DLF/schueltke)
Marc Schuh, Athletensprecher der Para-Leichtathleten und Silke Kassner, Mitglied der DOSB-Athletenkommission (DLF/schueltke)

Die Sportlerinnen und Sportler wollen eingebunden werden in Prozesse, die ihren Sport und damit ihr tagtägliches Tun betreffen. Selbstbewusst treten die Athleten für ihr Mitspracherecht ein. Auslöser waren vor allem die Enthüllungen über russisches Staatsdoping und der Umgang des Internationalen Olympischen Komitees damit. Aber auch das Pochen von 17 Nationalen Anti Doping Organisationen auf Unabhängigkeit vom Sport hat die Athleten in ihren Forderungen bestärkt.

"Jetzt wird geprüpft, ob eine Unabhängigkeit der Athletenvertretung möglich ist," erklärt Marc Schuh, Sprecher der Para-Leichtathleten "das ist nur ein Prüfantrag, um der Athletenkommision die Vollmacht zu geben, um der Athletenkommision die Vollmacht zu geben, Gespräche in eine Richtung der Unabhängigkeit zu führen. Mehr ist das noch nicht, aber es ist der wesentliche Anfang. Und spannend ist, was in einem Jahr dabei herauskommt."

Silke Kassner ist Mitglied in der DOSB-Athletenkommision. Siue erklärt. "Wir wollen alle internen Möglichkeiten innerhalb des Sportes prüfen, aber eben auch alle externen. Alle inhaltlichen, organisatorischen und rechtlichen Aspekte wollen wir prüfen. Regeln, die das IOC beschreibt für die Athletenvertretungen in den nationalen olympischen Kommitees festschreibt, möchten wir unbedingt berücksichtigen. Das ist dann das Fundament für eine Prüfung, aber auch für eine mögliche Neuausrichtung."

Auf nationaler Ebene hätten sich die Athleten gern mehr in das Konzept für die anstehende Leistungssportreform eingebracht und ihre Expertise in die Pläne einfließen lassen. Sie wollen als entscheidende Akteure im Sportzirkus mehr Einfluss nehmen. Kassner findet dennoch: "Das Wichtigste an der Versammlung war, dass die Athleten eine Plattform hatten, umfänglich über die Förderung in der Zukunft informiert zu werden."

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