Donnerstag, 09.04.2020
 
Seit 16:10 Uhr Der Kultur-Nachmittag
StartseiteForum neuer Musik 2015Flöten, Gongs und Schnarren17.04.2015

Ausblick 1. FestivaltagFlöten, Gongs und Schnarren

Zehn Flöten, zehn Gongs, zehn Schnarren: Der erste Musikbeitrag des Forum neuer Musik 2015 kommt von Schülern der Bergischen Musikschule und Studierenden aus Wuppertal und aus Rostock. Und das Ensemble Phoenix Basel hat große Erfahrung mit Musik ostasiatischer Komponisten. Es kann losgehen!

Gespräch mit Frank Kämpfer

(Deutschlandradio / Thomas Kujawinski)
(Deutschlandradio / Thomas Kujawinski)
Weiterführende Information

Forum neuer Musik 2015 - Ostasien Modern 17.-19 April 2015
(Deutschlandfunk, Forum neuer Musik 2015, 01.03.2015)

Was erwartet das Publikum am Eröffnungsabend, Freitag, 17. April?

Den ersten Musikbeitrag liefern Schüler der Bergischen Musikschule und Studierende aus Wuppertal und aus Rostock. Die jungen Musiker haben ein Stück des philippinischen Komponisten José Maceda für zehn Flöten, zehn Gongs und zehn Schnarren einstudiert. Maceda war Ethnologe und hat nach einer neuen Musik gesucht, die auf den Traditionen seiner Heimat basiert. Was erklingt, ist dann auch weniger Konzertmusik als vielmehr ein Ritual. Ein ganz anderes Verständnis von Klang und Musik als wir es in Europa kennen, wird deutlich dabei. Im Anschluss spielt das Ensemble Phoenix aus Basel und es präsentiert sechs Werke jüngerer Komponisten und Komponistinnen aus China, Japan, Korea, Singapur und Malaysia.

"Young Asia" – das wirkt viel versprechend! Aber junge, unbekannte Komponisten aus Shanghai, Singapur und Kuala Lumpur sind vielleicht nicht das Maß aller Dinge! Was finden Sie an ihnen interessant?

Yu Oda, Heera Kim und Diana Soh, Ying Wang, Lei Lian und Kee-Yong Chong haben allesamt im Westen studiert, wo sie zum Teil heute auch leben. Auch diese sechs haben musikalische Traditionen im Blick. Sie gehen jede/r für sich ganz eigene Wege, um kulturelle Herkunft und internationale Avantgarde kompositorisch in Einklang zu bringen. Das macht sie künstlerisch interessant. Ich sehe sie als global natives, deren Bikulturalität keinen Makel darstellt, sondern vielmehr einen Wert, und perspektivisch sogar die Norm. In einer globalisierten Welt muss jeder von uns überal vielgestaltig agieren und kommunikabel sein können. Mehrere Kulturen in sich zu tragen, ist also von Vorteil. Insofern verkörpern genau diese sechs das Maß aller Dinge, aber dieses Maß ist eben ganz neu.

Warum spielt kein Ensemble aus Japan oder aus Südkorea, warum spielt ein Ensemble aus Basel?

Für ein Länder-Porträt mit Komponisten zum Beispiel nur aus einem ostasiatischen Land wäre das eine gute Variante gewesen. Ein Ensemble hingegen, das eine größere Bandbreite abdeckt, haben wir dort nicht gesehen. Ying Wang, unsere Komponistin in residence und der Musikjournalist Egbert Hiller, die dieses Konzert "Young Asia" kuratierten, haben stattdessen das Ensemble Phoenix Basel vorgeschlagen, weil es mit neuer Musik ostasiatischer Komponisten viele Erfahrungen hat.

Das Forum neuer Musik beginnt im Deutschlandfunk mit Politik, warum das?

Weil wir der Deutschlandfunk sind. Und weil wir zeitgenössisches Komponieren nicht als rein ästhetisches Phänomen, sondern stets in seinen gesellschaftlichen Zusammenhängen betrachten und befragen. So ist das Forum schließlich auch programmiert. An jedem Tag gibt es Wortveranstaltungen und Konzerte. In diesem Doppel aus politischen oder soziologischem Denken und musikalischer Präsentation können wir der Komplexität unseres Themas "Ostasien Modern" am besten entsprechen. Uns interessiert der gegenwärtige ostasiatische Wandel, die Entwicklung Ostasiens hin zu einem neuen geopolitischen Zentrum. Die Frage nach einer ostasiatischen Moderne bezieht sich nicht nur auf Musik, vielmehr auf Alltag, Wirtschaft und Politik.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk