Nahost
Außenminister Wadephul erwartet deutsche Beteiligung am "Friedensrat" für den Gaza-Streifen

Bundesaußenminister Wadephul erwartet eine deutsche Beteiligung am internationalen "Friedensrat" für den Gaza-Streifen. Deutschland sei bereit, Verantwortung in dieser für den Friedensprozess "wichtigen Einrichtung" zu übernehmen, sagte der CDU-Politiker in Berlin.

    Luftbild der Zerstörung im Viertel Sheikh Ridwan in Gaza Stadt: Zerbombte Häuser, einige sind nur noch Schutt und Asche. Auf einer Straße laufen Menschen, die nach dem Waffenstillstandsabkommen unter schwierigsten Bedingungen überleben.
    Der Wiederaufbau des Gazastreifens wird eine Aufgabe der Technokratenregierung sein. (picture alliance / Anadolu | Mahmoud Abu Hamda)
    Zuvor hatte US-Präsident Trump die Einsetzung des Gremiums bekanntgegeben, das er nach eigenen Angaben selbst leiten wird. Er kündigte an, dessen Mitglieder bald zu präsentieren.
    Laut Trumps 20-Punkte-Plan für den Gazastreifen soll der Friedensrat die technokratische Übergangsregierung für das Palästinensergebiet beaufsichtigen. Diese traf gestern in Kairo erstmals zusammen. Sie besteht aus 14 palästinensischen Experten, die keine Verbindung zur islamistischen Hamas haben. Das Komitee soll den in weiten Teilen zerstörten Gaza-Streifen vorläufig verwalten und die Grundversorgung organisieren. Seit dem vergangenen Oktober gilt dort eine fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas.

    Nahost-Experte Steinberg: Hamas wird nicht bereit sein, Waffen abzugeben

    Der Islamwissenschaftler Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik hat sich skeptisch zu den Erfolgsaussichten des amerikanischen Friedensplans im Gazastreifen geäußert. Er sagte im Deutschlandfunk, die Terrororganisation Hamas habe ihre Kontrolle in Teilen des Küstengebietes inzwischen wieder konsolidiert.
    Sie werde unter keinen Umständen bereit sein - wie im Friedensplan vereinbart - ihre Waffen abzugeben. Gleichzeitig gebe es in Israel Pläne für einen erneuten Militäreinsatz im Gazastreifen, sagte Steinberg. Regierungschef Netanjahu habe die Zerschlagung der Hamas versprochen. Dieses Ziel sei bisher nicht erreicht werden.
    "Die Interessen der beiden wichtigsten Akteure sind nicht miteinander in Einklang zu bringen", so Steinberg. Der Erfolg der Friedensbemühungen hänge entscheidend davon ab, wie viel Druck die US-Regierung auf die Konfliktparteien ausübe.
    Diese Nachricht wurde am 16.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.