
Sie rief dazu auf, alle möglichen diplomatischen Mittel zu nutzen, um eine regionale Eskalation zu verhindern. Diese hätte womöglich Ausmaße, "die wir uns alle kaum vorstellen können". Die Außenministerin hatte in den vergangenen Tagen die Region bereist und dabei auch mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Mikati gesprochen. Sie räumte jedoch ein, dass die libanesische Regierung kaum Einfluss auf die Hisbollah-Miliz habe.
Baerbock: "Iran spielt Schlüsselrolle"
Der Iran spiele hier eine Schlüsselrolle, betonte Baerbock. Darum müsse man der iranischen Regierung klarmachen, dass niemand diesen Krieg wolle. Außerdem sei der Konflikt zwischen der islamistischen Hisbollah und Israel eng verzahnt mit der Lage in Gaza. Deshalb sei eine Feuerpause im Gazastreifen so zentral. Wörtlich sagte die Ministerin: "Wenn in Gaza endlich diese so dringend nötige Feuerpause erreicht wird, dann wird das auch die Nordfront beruhigen."
Appell an Hamas, dem Friedensplan zuzustimmen
Vor ihrem Besuch in Beirut hatte sich die Außenministerin in Ramallah den palästinensischen Ministerpräsidenten Mustafa und in Jerusalem den israelischen Außenminister Katz getroffen. Baerbock rief die militant-islamistische Hamas im Gazastreifen auf, dem vorliegenden Friedensplan zuzustimmen und alle israelischen Geiseln freizulassen. Zudem kündigte sie eine Aufstockung der humanitären Hilfe für den Gazastreifen aus Deutschland um 19 Millionen Euro an. Für humanitäre Hilfe im Libanon stellt die Bundesrepublik weitere 18 Millionen Euro bereit.
Das gesamte Interview mit Annalena Baerbock können Sie hier nachlesen.
Weiterführende Informationen
Nahost-Krisendiplomatie - Baerbock übt deutliche Kritik an Netanjahu-Regierung
Diese Nachricht wurde am 26.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.