Renten-Debatte
Bas: "Habe Merz' Formulierung nicht verstanden - haben aber gleiches Ziel"

Die Äußerungen von Bundeskanzler Merz zur Zukunft der Rente sorgen weiter für Diskussionen. Arbeitsministerin Bas sagte im ARD-Fernsehen, die Aussage des Kanzlers habe den Eindruck erweckt, als ginge die gesetzliche Rente in Richtung einer Grundsicherung. Dabei zahlten die Menschen nicht wenig in das System ein.

    Die SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas spricht während der Jahresauftaktklausur des SPD-Parteivorstands in Berlin
    Arbeitsministerin Bärbel Bas (Archivbild) (Sebastian Gollnow / dpa / Sebastian Gollnow)
    Bas betonte, man habe aber das gleiche Ziel. Das Rentensystem ruhe auf drei Säulen. Neben der gesetzlichen Rente sei das die private und die betriebliche Vorsorge. Die SPD-Politikerin hob zudem hervor, sie habe gemeinsam mit Merz die Rentenkommission beauftragt, ein Modell für eine lebensstandardsichernde Rente zu erarbeiten, bei der alle drei Säulen eine Rolle spielten. "Die Menschen müssen nach 45 Jahren oder 46 mindestens davon eben auch leben können", sagte die Sozialministerin.

    CDU-Sozialflügel fordert von Merz Zurückhaltung

    Der Chef des CDU-Sozialflügels, Radtke, appellierte an den Bundeskanzler, die Bürger in den Debatten um die anstehenden Sozialreformen nicht weiter zu verunsichern. "Wir müssen aufhören, den Menschen Angst zu machen", sagte Radtke den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Bevor es jetzt wieder zum Koalitionsstreit komme, müssten die Vorschläge der Rentenkommission abgewartet werden.

    Gewerkschaften verlangen Einbindung

    Gewerkschaften drohten dem Kanzler derweil mit Protesten. Die Vorsitzende der IG Metall, Benner, sagte der "Süddeutschen Zeitung", wenn die Regierung tatsächlich die gesetzliche Rente kürzen sollte, dann sei dies ein No Go und dann brenne die Hütte. Vom Deutschen Gewerkschaftsbund hieß es, der Kanzler solle nicht den Status quo beschreiben, sondern Lösungen vorlegen. Die DGB-Vorsitzende Fahimi kritisierte im Magazin "Spiegel", die Gewerkschaften würden in den Reformprozessen der Regierung, so wörtlich, mal ein Stündchen angehört, aber nicht richtig eingebunden. Dies schade der Qualität und Akzeptanz der Reformen.
    Merz hatte am Montag beim Bundesverband deutscher Banken gesagt, die gesetzliche Rentenversicherung allein werde "allenfalls noch die Basisabsicherung" für das Alter sein. Kanzleramtsminister Frei sagte bei RTL und n-tv, Merz habe lediglich darauf hingewiesen, wozu sich die Rente in den vergangenen Jahren immer stärker entwickelt habe. Und wenn die Lücke groß werde, dann sei es eben so, dass man betriebliche und private Elemente stärken müsse.

    Weitere Informationen:

    Gewerkschaften üben Kritik an Merz-Aussagen zur Rente und drohen mit Streiks
    Diese Nachricht wurde am 23.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.