
Auch das Teatro da Paz in der Hafenstadt Belém gehört nun zu den Weltkulturerbestätten. Beide Theater wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut und erinnern an die Zeit des sogenannten Kautschukbooms im brasilianischen Amazonasgebiet. Sie seien "Symbole politischen Ehrgeizes", begründete die UNESCO ihre Entscheidung.
Die weltweite Nachfrage nach Kautschuk brachte der Amazonasregion damals wirtschaftlichen Gewinn - die indigene Bevölkerung wurde jedoch ausgebeutet und vertrieben. Der deutsche Regisseur drehte seinen Film "Fitzcarraldo" im 1896 eröffneten Amazonas-Theater mit seiner rosafarbenen Fassade. Klaus Kinski spielt in dem 1982 erschienenen Film einen Mann, der im Amazonas ein Opernhaus bauen will.
Neues Welterbe in Polen
Auch das Stadtzentrum von Gdynia in Polen gehört künftig zum Welterbe. Das UNESCO-Welterbekomitee erklärte, Gdynia an der polnischen Ostseeküste zeichne sich durch die großflächige Umsetzung modernistischer Ideen in der Architektur aus. Das Zentrum stehe für einen Bruch mit dem Historismus.
Thailand hat jetzt eine 9. Welterbestätte: eine jahrhundertealte Klosteranlage im Süden des Landes. Die UNESCO würdigte die Anlage als Kulturdenkmal und herausragendes Zeugnis, weil dort buddhistische und hinduistische Traditionen verschmelzen.
Auch die Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin war in die Welterbe-Liste aufgenommen worden. Die Häuser werden als Erweiterung der Welterbestätte "Siedlungen der Berliner Moderne" anerkannt. Diese wurde 2008 von der UNESCO in die Liste aufgenommen. Wegen der farbigen Fassaden wird das Ensemble auch "Papageiensiedlung" genannt. Sie entstand zwischen 1926 und 1932.
Wiener Altstadt gilt nicht mehr als bedrohtes Welterbe
Die Altstadt von Wien gilt nicht länger als bedrohtes Welterbe. Das UNESCO-Komitee hat das Historische Zentrum von der Liste gefährdeter Welterbestätten gestrichen. Noch 2017 war die Wiener Altstadt als gefährdet eingestuft worden, unter anderem wegen eines umstrittenen Hochhausprojekts. Seitdem wurde laut dem Komitee viel getan. Das Bau- und Denkmalschutzrecht wurde verändert, das Heumarkt-Projekt mehrfach überarbeitet. Zum UNESCO-Welterbe gehört Wiens historisches Zentrum mit Bauwerken aus Mittelalter, Barock und Gründerzeit seit 2001. Als bedroht stuft die Organisation Regionen ein, wenn schnell gehandelt werden muss.
Am Mittwoch geht die diesjährige Sitzung des Welterbekomitees im südkoreanischen Busan zu Ende. Wie bekannt wurde, findet das nächste Treffen im kommenden Jahr in Istanbul statt.
In diesem Jahr wurden 25 neue Stätten in die Welterbeliste aufgenommen. Insgesamt verzeichnet die Welterbeliste 1.273 Kultur- und Naturstätten in über 170 Ländern - 55 von ihnen sind in Deutschland.
Diese Nachricht wurde am 28.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
