Cumbre Vieja in der UmlaufbahnSatelliten für den Vulkanausbruch

Nach dem Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma wurde das Copernicus Katastrophen- und Krisenmanagement aktiviert. Seit Mitte September beobachten die Satelliten des europäischen Copernicus-Systems den Vulkan.

Von Dirk Lorenzen | 10.11.2021

Auf diesem Satellitenbild sind viele Details des Lavastroms zu erkennen
Auf diesem Satellitenbild sind viele Details des Lavastroms zu erkennen (ESA/Copernicus/EU)
Zum Einsatz kommen vor allem die beiden Sentinel-2-Satelliten. Sie nehmen die Erdoberfläche in 13 verschiedenen Spektralbereichen auf. Die Kameras der Satelliten erkennen die starke Infrarot-Strahlung von Lavamassen, erfassen den Zustand der Vegetation und der Erdoberfläche, die Ausdehnung der Rauchwolken und vieles mehr.
Die Satelliten haben aber nur dann einen guten Blick auf das Geschehen, wenn sie praktisch genau über La Palma ziehen. Alle zwei bis drei Tage ergeben sich exzellente Aufnahmemöglichkeiten.
Zudem kommen viele weitere Satelliten zum Einsatz, etwa Radarsatelliten, die fast zentimetergenau die Aufwölbungen von Vulkanhängen erfassen können oder nach einem Ausbruch die veränderte Form eines Vulkanbergs.
Die Bilder aus rund 800 Kilometern Höhe zeigen präzise, wie sich am Cumbre Vieja die Lava den Berghang hinab bewegt und schließlich in einem kleinen Delta in den Atlantischen Ozean fließt. Aus dem All sind deutlich die zerstörten und noch intakten Gebiete auszumachen.
Europa liefert mit seinen Satelliten des Copernicus-Systems immer wieder schnelle Informationen über die Lage vor Ort – und das mit großem Überblick. Satelliten können solche Naturkatastrophen nicht verhindern. Aber sie helfen, die Folgen zu mildern und die Menschen am Boden rechtzeitig zu warnen.