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BepiColombo, James Webb und die Ariane-Fünf
Merkursonde verschiebt Weltraumteleskop

Die ESA-Mission BepiColombo ist vom Pech verfolgt. Sie wurde bereits im Jahr 2000 als "Eckpfeiler"-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ausgewählt - doch der Bau verzögerte sich um viele Jahre. Wissenschaftler und Ingenieure hatten die technischen Herausforderungen unterschätzt.

Von Dirk Lorenzen | 15.11.2017
    Das James Webb Space Telescope vor der Kühlkammer in Houston
    Das James Webb Space Telescope vor der Kühlkammer in Houston (NASA)
    In einem vorerst letzten Kapitel dieser unendlichen Geschichte sorgt die Merkursonde auch noch für eine Verschiebung des Starts des James-Webb-Weltraumteleskops.
    Das sollte ursprünglich im Herbst 2018 mit einer Ariane-5-Rakete abheben. Nun wurde allerdings der Start von BepiColombo für den Oktober des nächsten Jahres angesetzt.
    BepiColombo soll den innersten Planeten Merkur
    BepiColombo soll den innersten Planeten Merkur (NASA)
    Zwar sind von Europas Weltraumbahnhof in Kourou auch schon drei Ariane-Raketen binnen zwei Monaten ins All geflogen. Doch bei einer Planetensonde und dem Weltraumteleskop sind die Vorbereitungsarbeiten am Startplatz viel aufwendiger als bei anderen Satelliten.
    Weil die Teams in Kourou nicht gleichzeitig BepiColombo und James Webb betreuen können, startet das Teleskop nun erst im Frühjahr 2019. James Webb hat kürzlich seine abschließenden Tests in einer Tiefsttemperaturkammer der NASA absolviert.
    BepiColombo braucht beim neuen Starttermin wegen der veränderten Stellung der Planeten ein Jahr länger für die Reise zum Merkur. Erst Ende 2025 wird die Sonde ihr Ziel erreichen.
    Für James Webb bedeutet das halbe Jahr Verlust, dass weniger Zeit bleibt, um parallel mit dem Hubble-Teleskop kosmische Objekte zu beobachten.