
Laut dem Report "Access and Equity" (Zugang und Chancengerechtigkeit) schließen nur zwei von drei Jugendlichen eine Sekundarschule ab. Besonders stark sei der Negativ-Trend in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Als Grund nennt die Unesco vor allem eine wachsende Bevölkerung. Auch Konflikte hätten die Bildungsbemühungen eingeschränkt. Mehr als jedes sechste Kind lebe in einem Gebiet, das von Konflikten betroffen sei. Im Nahen und Mittleren Osten etwa hätten die regionalen Spannungen Schulschließungen nach sich gezogen.
"Weltbildungsbericht ist Weckruf"
Auch für Deutschland zeigt der Report die Probleme auf. Es erreiche weiterhin ein erheblicher Teil der Jugendlichen keinen Abschluss der Sekundarstufe II oder einen Berufsabschluss. Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Böhmer, bezeichnete den Bericht als Weckruf. Es sei eine Aufgabe der Politik, Schulen mit besonderen Herausforderungen zu unterstützen - etwa im Rahmen des "Startchancen-Programms". "Bildungsgerechtigkeit entsteht nicht von selbst - sie ist eine politische Aufgabe", so Böhmer.
UNO-Bildungsorganisation: "Fortschritte sind möglich"
Um mehr Kindern Schulbildung zu ermöglichen, gibt es laut Unesco keine einheitliche Lösung. Vielmehr müssten lokale Gegebenheiten berücksichtigt werden. In einigen Ländern hätten aber eine Schulpflicht und Gesetze gegen Kinderarbeit geholfen. Denn die UNO-Organisation sieht teils auch beachtliche Verbesserungen. In Madagaskar und Togo etwa sei der Anteil der Kinder, die nicht zur Schule gingen, seit dem Jahr 2000 um 80 Prozent zurückgegangen. In Marokko und Vietnam treffe das Gleiche auf Jugendliche zu. Auch in der Elfenbeiküste, der Türkei und Georgien gingen die Zahlen stark zurück.
Der Zugang zu Bildung wurde 1948 als Menschenrecht festgeschrieben. Die Unesco zählt die Förderung von Bildung, wissenschaftlicher Zusammenarbeit und kulturellem Verständnis zu ihren Aufgaben. Sie führt zudem Listen des Weltkultur- und Naturerbes.
Diese Nachricht wurde am 25.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
