
"Keine Fehler machen, nicht unangenehm auffallen, Person statt Programm – selbst aufmerksamen Beobachtern fiel es in diesem Wahlkampf schwer, die Spitzenkandidaten Schweitzer und Schnieder voneinander zu unterscheiden."
Die SAARBRÜCKER ZEITUNG rückt vor allem die deutlichen Verluste der SPD in den Mittelpunkt:"Die Parteispitze kann sich auf massive parteiinterne Kritik einstellen: Die einen werden ihr Verrat an einem linken Kurs vorwerfen, die anderen werden das Verschleppen von tiefgreifenden Reformen als Fehler ausmachen."
Der Machtverlust der SPD werde auch Konsequenzen für die Bundesregierung haben, ist sich die FRANKFURTER RUNDSCHAU sicher:"Die SPD muss sich stärker profilieren, um aus der Defensive zu kommen, auch wenn sie die Union dabei verärgert. Das dürfte die Arbeit in der großen Koalition in Berlin nicht leichter machen."
Das Magazin CICERO fokussiert sich auf den deutlichen Zuwachs der AfD: "Da der Stimmanteil der AfD weit jenseits der 50 Prozent verläuft, kann man sie nicht wirklich als Siegerin bezeichnen, obwohl sie die einzige Partei ist, die wirklich rasante Zugewinne zu verzeichnen hat. Bei den nächsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnte das bekanntlich schon deutlich anders aussehen."
Zweites großes Thema der Zeitungskommentare ist das Ultimatum, das US-Präsident Trump dem Iran gesetzt hat, um die Straße von Hormus freizugeben. Das STRAUBINGER TAGBLATT glaubt, dass Trump zunehmen von Panik erfasst werde:"Mit seiner Warnung, er werde die Energieinfrastruktur im Iran 'auslöschen' und auch Kernkraftwerke attackieren, macht Trump alles nur noch schlimmer. Es ist eine brandgefährliche Eskalation in einer Region, die ohnehin schon in Flammen steht."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG weist darauf hin, dass der Iran die Entwicklung schon seit langem heraufbeschworen habe:"Den Zündfunken aber hat US-Präsident Donald Trump geliefert. Beides zusammen ist das fatale Lehrstück einer sich verändernden Weltordnung, in der die Grenzen zwischen vermeintlich gerechtfertigten Strafaktionen und staatlichen Verbrechen zusehends verwischen."
Und die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG verweist auf die wirtschaftlichen Kosten der Eskalation:"Schon jetzt haben der verdoppelte Gaspreis und der über 100 Dollar je Fass gestiegene Ölpreis humanitäre Folgen in ärmeren asiatischen Ländern. Europa sollte Trump klarmachen, dass auch für ihn und seine Bevölkerung die Kosten hoch sein werden. Welchen Preis der Präsident am Ende zu zahlen bereit ist? Das weiß kein Mensch."