
Das Portal T-ONLINE spricht von einem
"...politischen Affront, der überhaupt keine Notwendigkeit hatte. Die Bundesregierung quält sich genauso mit diesem Iran-Krieg des amerikanischen Präsidenten, kann aber, um den Verbündeten nicht ganz zu verlieren, diesen Klartext so nicht sprechen. Dann sollte es der Bundespräsident auch nicht tun."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg sieht es ähnlich:
"Machtinteressen verändern sich. Heute gilt Trump als Despot, morgen benötigt Europa die USA in einer völlig neuen Lage. Und so lange die militärische, finanzielle und digitale Abhängigkeit so einseitig ist, bleiben die USA – leider – unverzichtbar."
Die WELT meint:
"Steinmeier mangelt es in Sachen Iran am moralischen Kompass. Weil er weder die Gefahr ernst nimmt, die die Mullahs für die eigene Bevölkerung darstellen, noch die Gefahr, die von Teheran ausgeht für Israel, für die Region und für den Westen insgesamt."
Im Berliner TAGESSPIEGEL heißt es:
"Ja doch: Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig. Aber ist es der Sinn des Völkerrechts, mörderische Regime vor dem Sturz zu schützen? Gibt es einen praktikablen, völkerrechtskonformen Weg?"
Nun zum neuen Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien.
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU spricht von einem "weiteren Schritt in die richtige Richtung":
"Europa verbessert damit nicht nur nach den Abkommen mit vier südamerikanischen Staaten des Mercosur-Bunds und Indiens seine wirtschaftlichen Perspektiven. Es stellt zugleich seine Handelsbeziehungen breiter auf und wird damit weniger vulnerabel. Die Europäer stärken zudem politisch einen Bund mit einer weiteren Mittelmacht. Das ist in Zeiten der Rückkehr der Großmachtpolitik und der belasteten Beziehungen zwischen der EU einerseits und den USA und China andererseits nicht zu unterschätzen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG ergänzt:
"Das Abkommen sichert den Europäern nicht nur den Zugang zu Rohstoffen. Die neuen Partner gehen noch weiter: Die EU und Australien wollen auch bei der Weiterverarbeitung zusammenarbeiten. Heute hat China bei Lithium, Seltenen Erden und vielen anderen Rohstoffen die Verarbeitung faktisch allein in der Hand. So kann sich die EU mit dem neuen Deal gleich aus der Abhängigkeit von zwei schwierigen Handelspartnern lösen."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg merkt allerdings an:
"Das Freihandelsabkommen wird nicht nur Gewinner haben. Vor allem für Europas Landwirte könnte der Wettbewerb härter werden, wenn etwa australisches Rindfleisch auf den Markt drängt. Für die EU ist das Abkommen aber politisch ein gutes Zeichen: Die Staatengemeinschaft kann sich trotz aller gegensätzlichen Interessen noch zusammenraufen und Kompromisse schmieden."
