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Bootsunglück im MittelmeerHilfsorganisation befürchtet Hunderte tote Flüchtlinge

Am 21.06.2015 rettete die Fregatte Schleswig-Holstein vor der libyschen Küste Hunderte Menschen aus einem Holzboot. (picture alliance/dpa/Bundeswehr/Winkler)
Am 21.06.2015 rettete die Fregatte Schleswig-Holstein vor der libyschen Küste Hunderte Menschen aus einem Holzboot. (picture alliance/dpa/Bundeswehr/Winkler)

Wieder ist im Mittelmeer ein Boot mit zahlreichen Flüchtlingen gekentert. 400 Menschen sollen bislang gerettet worden sein - ertrunken sein könnten fast ebensoviele. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" spricht von "tragisch vielen Opfern".

Bislang wurden 25 Leichen aus dem Wasser geborgen, erklärte die italienische Küstenwache. "Wir befürchten, dass bis zu 700 Menschen ertrunken sein könnten", sagte Leonard Doyle, Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), in Genf. Vermutlich sind es weniger. Etwa 400 Migranten wurden laut Küstenwache bislang in Sicherheit gebracht. Inzwischen wird von bis 700 Menschen ausgegangen, die insgesamt an Bord waren.

Mehrere Schiffe bemühten sich um Rettung der Schiffbrüchigen an der Unglücksstelle 15 Minuten vor der Küste Libyens.

Unter den Rettungsschiffen befindet sich auch die "Dignity 1" von "Ärzte ohne Grenzen". Im Kurznachrichtendienst Twitter schreibt die Hilfsorganisation, es gebe "tragisch viele Todesopfer", die genaue Zahl könne man aber nicht beziffern.

Das völlig überladene hölzerne Fischerboot ist laut der Hilfsorganisation IOM 25 Meilen vor der libyschen Küste ins Schlingern geraten, als die Menschen sich auf eine Seite drängten. Der in Seenot geratene Kutter kenterte nach Angaben des italienischen Rundfunks bei der Ankunft eines irischen Marineschiffs, das wohl helfen wollte. Die italienische Küstenwache beorderte umgehend zahlreiche Schiffe an den Unglücksort.

Mehr als 2.000 tote Flüchtlinge in 2015

Es könnte das schlimmste Unglück im Mittelmeer seit mehreren Monaten sein. Im April waren Hunderte Migranten ertrunken, als ihr Schiff kenterte und sank.

In diesem Jahr sind bereits mehr als 2.000 Menschen bei dem Versuch gestorben, über das Mittelmeer Europas Küsten zu erreichen. Im gesamten Jahr 2014 waren es nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration 3.279.

Fast 100.000 Bootsflüchtlinge sind in diesem Jahr bislang über das Mittelmeer nach Italien gelangt. In Griechenland sind es fast genauso viele, aber der Seeweg von der Türkei zu einer griechischen Insel ist erheblich kürzer. Schlepper setzen oft alte und kaum seetüchtige Boote ein, weshalb es immer wieder zu Unglücken kommt.

(bor/ach)

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