Frühere Oberstaatsanwältin
Brorhilker: Weiterhin Steuerhinterziehung mit komplexen Finanzgeschäften

Steuerhinterziehung mit komplexen Finanzgeschäften ist nach Ansicht der früheren Oberstaatsanwältin Brorhilker nach wie vor verbreitet.

    Anne Brorhilker im Fernsehstudio der Sendung "Markus Lanz". Sie sagt gerade etwas.
    Die ehemalige Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker. (picture alliance / teutopress)
    Die Justiz in Deutschland habe nicht die Kapazitäten, um den Börsenhandel komplett zu kontrollieren, sagte Brorhilker im "Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten". Es gebe zu wenige speziell ausgebildete Ermittler im Kampf gegen komplexe Wirtschaftskriminalität.
    Sie zeigte sich überzeugt, dass auch Cum-Ex-Aktiendeals weiterhin existierten. Dabei lassen sich Banken eine einmal gezahlte Kapitalertragsteuer vom Staat doppelt erstatten und verursachten so einen zweistelligen Milliardenschaden. Es fehle in Deutschland eine zentrale Staatsanwaltschaft, um Finanzkriminalität zu bekämpfen, kritisierte Brorhilker.
    Die Cum-Ex-Deals betreffend schritt die Politik 2012 mit einer Gesetzesänderung ein. Brorhilker war zu der Zeit Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Köln und wichtigste Ermittlerin im Cum-Ex-Steuerskandal. Sie ist seit 2024 Vorständin beim Verein Bürgerbewegung Finanzwende.
    Diese Nachricht wurde am 19.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.