Dienstag, 09. August 2022

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Buchkritik
Die besten 7 Bücher für junge Leser im Monat August

Die neuen Bücher handeln von einem Abenteuer vor den Toren Berlins, Wörtern und ihrer Bedeutung und um die Wichtigkeit der Natur. Außerdem geht es um Kunst im Museum, betrachtet mit den Augen eines Kindes - und schließlich um das Überleben und das Lebensglück.

Thomas Linden im Gespräch mit Ute Wegmann | 04.08.2018

    Die besten 7 im Monat August
    Die besten 7 im Monat August (Diogenes, Prestel, NordSüd, ábac, Moritz, Baobab, Carlsen)
    Der WOLF, die ENTE & die MAUS
    Von Mac Barnett und Jon Klassen (Illustration)
    Aus dem Englischen von Thomas Bodmer
    NordSüdVerlag, 42 Seiten, Euro 15,- ab 4

    Alleine im Wald - gefährlich! Und schon hat der Wolf die Maus verschlungen. Die Maus jammert, sieht ihr Ende nahen, da bittet jemand um Ruhe. Im Bauch des Wolfes "wohnt" bereits die Ente. Und sie hat sich nett eingerichtet, mit gutem Essen, Kerzenleuchtern, einem Plattenspieler. Aber all die Aktivitäten in seinem Bauch bereiten dem Wolf arge Schmerzen. Das Stöhnen hört der Jäger. Jetzt müssen Maus und Ente dem Wolf helfen, um ihn zu retten. Ein ungewöhnliches, wundervoll illustriertes Bilderbuch über Freiheit und die Qual der Wahl.
    Der Seiltänzer
    Von Àlex Tovar und Àfrica Fanlo (Illustration)
    Aus dem Spanischen von Denise Mallon
    ábac Verlag, 32 Seiten, Euro 16,- ab 5
    "Um Seiltänzer zu sein, reicht es, wenn du ein Seil spannst." So beginnt ein poetisches, bezauberndes Bilderbuch über das Leben. Es erzählt über das Auf und Ab, über Ängste und Einsamkeit, über Freiheit und die Möglichkeit, das Leben in die Hand zu nehmen und ein Gleichgewicht zu finden. Ein Buch über das Abenteuer des Lebens schlechthin.
    Was wird aus uns?
    Nachdenken über die Natur
    Von Antje Damm
    Moritz Verlag, 144 Seiten, Euro 18,- ab 6
    "Was gehört zur Natur und findet man sie überall?" "Woher hat die Natur eine so große Kraft?" "Woher weiß der Winter, wann er kommen muss?" "Gewinnen immer die Stärkeren?" "Leben Nüsse?": Kurze Fragen, auf Fotos und Illustrationen gesetzt, öffnen einen Raum für alltägliche und philosophische Überlegungen. Ein Familienbuch! Für alle, die die Natur lieben.
    Kannawoniwasein!
    Manchmal muss man einfach verduften
    Von Martin Muser
    Carlsen Verlag, 171 Seiten, Euro 12,- ab 10
    Finn muss alleine mit dem Zug nach Berlin zu seiner Mutter. Ist ja nicht so weit, ist ja nicht so dramatisch. Dann stiehlt ihm jedoch im Zug ein Mann den Rucksack mitsamt Fahrkarte. Und schon taucht ein Schaffner auf und mit ihm das Problem. Keiner glaubt Finn, dass er alleine reisen darf! Polizei wird gerufen. Bei einem Auffahrunfall, in den der Polizeiwagen verwickelt ist, lernt Finn Jola kennen. Das Mädchen weiß, wie man in die "Tzitti" kommt. Eine abenteuerliche Reise beginnt, auf der die beiden einen Traktor kapern, im Wald übernachten und einem echten Wolf begegnen. Langsam rückt Berlin näher!
    Wörter
    Von Christoph Niemann
    Aus dem Amerikanischen von Kati Hertzsch
    Diogenes Verlag, 352 Seiten, Euro 22,- ab 3
    Wort und Bild, im Zusammenspiel können sie dem Leser ungewöhnliche Blickwinkel vermitteln. Eine Seite, ein Wort, ein Bild. Immer ist das Bild mit dickem schwarzem Strich gezeichnet, mal auf farbigem Untergrund, mal auf weißem. Von "aber" über "doppelgemoppelt" bis "zwischen" - 300 Wörter zum Geschichten und Gedichte erfinden, zum Spielen und Staunen. Ein Spaß für alle, besonders für Leseanfänger!
    Kunst für Max
    Von Joanne Liu
    Prestel Verlag, 32 Seiten, Euro 12,99 ab 3
    Heute geht Max mit seiner Familie ins Museum. Er sieht zwar die Bilder und Skulpturen, die Muster und die Farben, aber zu jedem Kunstwerk entdeckt er ähnliche Formen oder Farbspiele in den Bäumen vor dem Fenster, den Tätowierungen eines Besuchers oder in den Spuren einer Schnecke. Ein großartiger Perspektivwechsel ohne Worte in farbkräftigem Strich, ein neuer Blick auf die Beziehung von Kunst und Wirklichkeit. Ein Bilderbuch, das Spaß macht!
    Das Glück ist ein Fisch
    Eine Erzählung aus Kolumbien
    Von Melba Escobar de Nogales und Elizabeth Builes (Illustration)
    Aus dem Spanischen von Jochen Weber
    Baobab Books, 112 Seiten Euro 15,90 ab 9
    Ein Wunsch geht in Erfüllung: Zum zehnten Geburtstag fährt Pedro mit seiner Mutter ans Meer. Aber gerade angekommen, erfährt er, dass die Eltern sich getrennt haben. Vor Wut und Trauer läuft er weg, verirrt sich auf der fremden Insel und wird von einem alten Mann gefunden, der ihn versorgt. Aber warum trägt der Mann den gleichen Namen wie ein Pirat? Und warum kann er so vorzüglich gut kochen? Alles das erzählt die 300 Jahre alte Papageiendame dem Jungen in der langen Nacht, in der er nicht schlafen kann. Geschichten von Piraten, einem Schatz, einem wichtigen Baum und dem Meer mit den sieben Farben. Eine poetische, feinsinnig illustrierte Erzählung über Einsamkeit, Schmerz und das große Glück einer außergewöhnlichen Begegnung.