
Wichtig sei es nun, in der Bundespolitik einen klaren Reformplan voranzutreiben, sagte Klingbeil. Dabei gehe es vor allem darum, für Wirtschaftswachstum zu sorgen und Deutschland wieder auf Vordermann zu bringen. Bas betonte, die Menschen erwarteten Entlastung. Man müsse die Wirtschaft und die Beschäftigungsverhältnisse der Menschen stärken. Am Freitag soll bei einem Treffen der SPD-Spitzengremien mit führenden Politikern aus Bund, Ländern und Kommunen Genaueres erörtert werden.
Mit Blick auf Personaldebatten hieß es, es müsse auch darüber geredet werden, ob man auf dem richtigen Weg sei. Die SPD dürfe aber nicht ins Chaos stürzen und sich in Selbstzerfleischung ergehen, sagte Klingbeil. Nach der gestrigen Wahl hatten sich mehrere führende SPD-Politiker für den Verbleib von Bas und Klingbeil an der Parteispitze ausgesprochen. Es gab jedoch auch kritische Stimmen.
Gestern hatte Klingbeil selbst betont, er trage auch Verantwortung für das Ergebnis und wisse, dass es Personaldebatten geben werde. Und die habe man auch zu führen. Er persönlich wolle sich in einer Phase mit zwei Kriegen und einer Wirtschaftsflaute nicht wegducken. Auch die SPD-Co-Vorsitzende Bas räumte am Wahlabend eine Mitverantwortung der Bundespartei für die Wahlniederlage ein. Man müsse darüber reden, ob der eingeschlagene Weg der richtige sei.
Schweitzer macht Bundespartei Vorwürfe
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Schweitzer übte nach der Wahl deutliche Kritik an der Bundespartei. Der SPD-Politiker sagte der Zeitung "Rheinpfalz", die Bundes-SPD habe ihm keinen Rückenwind gegeben. "Es war, als würde ich einen Sprint gegen den Berg laufen." Angesichts dessen sei seine Partei "noch weit gekommen", fügte er hinzu.
Deutschlandfunk-Korrespondentin Katharina Thoms sagte, der Druck auf die Parteispitze sei enorm. "Die Ursachen für das schlechte Abschneiden liegen auch beim Bund, ganz klar", ordnete sie ein. Das hätten auch Nachwahlbefragungen ergeben. Nach Ansicht von Thoms wären bei einer Diskussion über die künftige Ausrichtung auch Flügelkämpfe nicht auszuschließen.
Keine Zeit für Personaldebatte?
Die Diskussion um die Parteivorsitzenden Klingbeil und Bas wolle man in der Partei aber nicht so recht führen - auch mit Blick auf die umzusetzenden Reformen in der Bundesregierung, erklärte Thoms. Innerhalb der SPD werde es so gesehen, dass man für Personaldebatten gar keine Zeit habe.
Bundesverteidigungsminister Pistorius wies Rufe nach einem kompletten Wechsel der SPD-Parteispitze zurück. Weder in der Partei, noch in der Koalition benötige man nun eine Personaldiskussion, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Das wäre unverantwortlich und ich stehe dafür nicht zur Verfügung. Auch angesichts der Weltlage und der Herausforderungen, vor denen wir in Deutschland stehen, stehen wir vor anderen Problemen. Wir müssen uns auf unsere Regierungsarbeit konzentrieren."
Die stellvertretende Parteichefin und saarländische Ministerpräsidentin Rehlinger sagte im Deutschlandfunk, eine Debatte müsse nicht zwingend zu dem Ergebnis kommen, dass personelle Konsequenzen an der Parteispitze nötig seien. Es sei aber deutlich geworden, dass die SPD nicht mehr als das gesehen werde, was sie immer gewesen sei, nämlich die Partei der Arbeitnehmer.
Die niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Schröder-Köpf etwa hatte nach der SPD-Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz einen kompletten Wechsel an der Spitze ihrer Partei gefordert. Auch der frühere SPD-Wahlkampfmanager Machnig verlangte den Rücktritt der Parteivorsitzenden Klingbeil und Bas.
Ergebnisse und Entwicklungen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz finden Sie auch in unserem Newsblog.
Diese Nachricht wurde am 23.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




