
Al-Scharaa wird zudem mit Bundespräsident Steinmeier zusammentreffen und an einem deutsch-syrischen Wirtschaftsforum im Auswärtigen Amt teilnehmen. Ursprünglich war der Besuch bereits im Januar geplant. Angesichts von Gefechten zwischen syrischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten wurde er jedoch verschoben. Von al-Scharaa angeführte islamistische Milizen hatten Ende 2024 den langjährigen syrischen Machthaber Baschar Al-Assad gestürzt. Die Sicherheitslage in dem Land bleibt schwierig. Die Bundesregierung hofft auf eine Stabilisierung und einen wirtschaftlichen Wiederaufbau.
Kritik an syrischer Übergangsregierung
Vor dem heutigen Treffen wurde erneut Kritik an der syrischen Übergangsregierung laut. Grüne und Linke nannten hier insbesondere den Umgang mit ethnischen und religiösen Minderheiten sowie ausbleibende Reformen. Sie forderten eine klare Haltung des Bundeskanzlers. Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) wirft Al-Scharaa "Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor. Der ehemalige Dschihadistenführer trage "die Verantwortung für Massaker, Vertreibungen und systematische Gewalt gegen Zivilistinnen und Zivilisten in Syrien" - darunter Minderheiten wie Kurden, Jesiden, Alawiten, Drusen und Christen, sagte der KGD-Bundesvorsitzende Toprak der Nachrichtenagentur AFP.
Polizei wappnet sich für Großeinsatz
Anlässlich des Besuchs von al-Scharaa sind der Berliner Polizei zufolge für heute mehrere Demonstrationen für und gegen das syrische Staatsoberhaupt angemeldet. Am Vormittag kommen Regierungsgegner am Großen Stern und später am Brandenburger Tor zusammen. Unterstützerinnen und Unterstützer von Al-Sharaa treffen sich am Berliner Hauptbahnhof. 3.000 Menschen werden dort erwartet. Die Polizei wappnet sich für einen Großeinsatz mit abgesperrten Straßen, weiträumigen Umleitungen und strikten Versammlungsverboten.
Mehr Informationen:
Diese Nachricht wurde am 30.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
