Montag, 23. Mai 2022

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Bundesliga
"Die Geschichten gehen flöten"

Der HSV werde irgendwann absteigen, meint Autor und Filmemacher Ben Redelings. Insgesamt sieht er die Probleme der Bundesliga aber eher an der Spitze. Die Bayern seien zu dominant, es gebe keinen offenen Schlagabtausch, sagte Redelings im DLF.

Ben Redelings im Gespräch mit Matthias Friebe | 13.01.2018

Das HSV-Maskottchen Dino Hermann sieht auf den Boden.
Das Hamburge Maskottchen Dino Hermann scheint traurig zu sein (Archivfoto) (Revierfoto/dpa)
Autor und Filmemacher Ben Redelings sieht die Zukunft des Bundesliga-Dinos HSV nach der 0:1-Niederlage in Augsburg schwarz. "Irgendwann sind sie dann ja auch ausgestorben, die Dinosaurier. Es wird jedes Jahr knapper, und ich glaube das irgendwann - so schade das ist, denn es ist ja eine schöne Geschichte, 55 Jahre Bundesliga, immer mit dem HSV - dass es irgendwann so weit sein kann. Und wenn man sich die Tabelle ansieht und man glaubt noch an Wunder, dann könnte es sein, dass vielleicht sogar die Kölner sich irgendwann noch an den Hanseaten vorbeischieben in der Tabelle", sagt Redelings.
Zumindest sei es im unteren Teil der Tabelle noch spannend. Denn: "Dadurch, dass ich mich in die Thematik seit vielen Jahren eingearbeitet habe, weiß ich, dass es so ist, dass in den letzten Jahren die Geschichten flöten gehen. Und die Geschichten gehen dann flöten wenn es in einer Liga gar nicht mehr so einen großen Konkurrenzkampf gibt und keinen offenen Schlagabtausch. Außer im Abstiegskampf, wo es spannend wird. Alles andere ist, so leid es mir tut, langweilig geworden. Dafür sorgen auch die Marketingabteilungen, die Medienabteilungen, die viele Geschichten abwürgen, was das drumherum spannend machen würde. Aber wenn es gar keine Spannung gibt, na dann, wo sollen die Geschichten herkommen?"
Ben Redelings sitzt in einem Sessel
Ben Redelings 2015 (imago Michael Wigglesworth)
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