BundespräsidentenwahlFreie Wähler nominieren TV-Richter Alexander Hold

Während die großen Parteien noch rätseln, wer ihr Kandidat für die Bundespräsidentenwahl im Februar werden soll, haben sich die Freien Wähler entschieden. Sie schicken den Kemptener Juristen Alexander Hold ins Rennen. Einem breiteren Publikum ist der 54-Jährige schon bekannt - aus Gerichtsshows bei Sat1.

20.07.2016

Alexander Hold steht in weißem Hemd und dunkler Anzugjacke, lacht in die Kamera. Im Hintergrund eine weiße Wand mit dem Logo
Alexander Hold bewirbt sich im Februar 2017 als Kandidat der Freien Wähler für das Amt des Bundespräsidenten. (dpa/Tobias Hase)
Mehr als 2.000 Mal stand Hold für Sat1 vor der Kamera. Neue Folgen werden zwar schon länger nicht mehr gedreht, aber die Wiederholungen von "Richter Alexander Hold" und "Im Namen der Gerechtigkeit" laufen bis heute im Mittagsprogramm des Privatsenders.
Erfahrungen in der juristischen Realität sammelte Hold als Staatsanwalt und Richter in seiner Heimatstadt Kempten im Allgäu. Im Unterschied zum erfundenen Jura-Studium der SPD-Bundestagsabgeordneten Petra Hinz scheint dieser Lebenslauf gesichert - und bringt den Freien Wählern auf Twitter und Facebook Lob ein.
Doch auch in der Politik ist Hold kein unbeschriebenes Blatt. 2008 wurde er in den Kemptener Stadtrat gewählt, seit 2014 leitet er dort die Fraktion der Freien Wähler. "Er kennt die Kommunalpolitik von der Pike auf", attestiert ihm der Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger. Seine Partei habe sich ganz bewusst dafür entschieden, einen Juristen als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu nominieren. "Wir sind überzeugt, mit ihm ein richtiges Zeichen zu setzen, für den Rechtsstaat."
Davon sind im Netz noch nicht alle überzeugt:
Die Freien Wähler stellen in der Bundesversammlung, die den Nachfolger von Joachim Gauck am 12. Februar 2017 wählt, voraussichtlich zehn Mitglieder - von 1.260. Die Chancen, dass Alexander Hold neues Staatsoberhaupt wird, stehen also eher schlecht.
Er schätze seine Erfolgsaussichten realistisch ein, sagte Hold der "Bild"-Zeitung. Dennoch trete er mit dem ernsthaften Ziel an, "eine glaubwürdige und über Parteigrenzen hinweg wählbare Alternative zu den Kandidaten der großen Volksparteien zu sein". Vor allem wolle er das Vertrauen in die Politik zurückgewinnen. "Politik muss sachbezogen und doch bürgernah die Zukunftsaufgaben lösen. Das ist nicht Aufgabe des Bundespräsidenten. Aber er könnte es dem Bürger erklären."
(am/tzi)