
Verteidigungsminister Pistorius machte deutlich, dass eine Ausweitung der EU-Mission Aspides keine Grundlage für einen Einsatz in der Meerenge liefern würde. Es gehe dabei um eine völlig andere geopolitische und militärische Lage. Die Aspides-Mission im Roten Meer war angesichts der Angriffe der jemenitischen Huthi auf den Schiffsverkehr begonnen worden. Ablehnend äußerte sich auch der britische Premier Starmer. Die Regierungen Spaniens, Japans und Australiens schlossen eine Beteiligung ihrer Armeen ebenfalls aus.
Ein NATO-Sprecher äußerte sich zurückhaltend. Er sagte in Brüssel, Alliierte hätten bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Mittelmeer ergriffen. Es sei zudem bekannt, dass einzelne NATO-Mitglieder mit den USA darüber sprächen, was sie darüber hinaus tun könnten - auch im Zusammenhang mit der Sicherheit in der Straße von Hormus. Zur Frage, ob in NATO-Gremien bereits über einen möglichen Bündniseinsatz gesprochen wurde, äußerte sich der Sprecher nicht.
Trump droht der NATO
Trump hatte zuvor in der "Financial Times" mit einer "sehr schlechten Zukunft" für die NATO gedroht, sollte diese die USA nicht beim Schutz der Straße von Hormus unterstützen. Es sei nur angemessen, dass diejenigen, die Profiteure des Wasserwegs seien, mit dafür sorgten, dass dort nichts Schlimmes passiere. Trump ruft auch einzelne Staaten wie China auf, sich an einer solchen Mission zu beteiligen. Peking drohte er, das geplante Treffen mit Staatschef Xi in wenigen Wochen zu verschieben.
Die EU-Außenbeauftragte Kallas kündigte Beratungen über mögliche Optionen für einen Marineeinsatz an. Sie sagte bei einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel, es liege im europäischen Interesse, die Meerenge offen zu halten. Eine Option sei, die Mission Aspides zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer auf den Persischen Golf auszuweiten. Hierzu äußerte sich Bundesaußenminister Wadephul skeptisch. Er sagte ebenfalls in Brüssel, für eine Ausweitung von Aspides seien eine neue rechtliche Grundlage und unter anderem ein Bundestags-Beschluss nötig.
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Diese Nachricht wurde am 16.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
