
Eine Gruppe von Abgeordneten aus CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken hat einen Entwurf für die sogenannte Widerspruchsregelung eingebracht. Mit dieser würden Erwachsene automatisch zu Spendern, sofern sie zu Lebzeiten nicht aktiv widersprechen. Bislang muss für eine Organspende eine eindeutige Zustimmung vorliegen. Die Abgeordneten argumentieren, dass laut Umfragen die Mehrheit der Menschen in Deutschland bereit sei, Organe zu spenden, nur eine Minderheit diesen Wunsch aber auch dokumentiert habe. In Ländern mit der Widerspruchsregelung sei die Zahl der Organspenden zudem höher als in Ländern ohne eine solche Regel.
Den Gesetzentwurf der fraktionsübergreifenden Gruppe haben nach Angaben des Bundestags 254 der insgesamt 630 Bundestagsabgeordneten mitgezeichnet. Zu den Unterstützern der Widerspruchsregelung gehören unter anderem die früheren Bundesgesundheitsminister Spahn und Lauterbach.
Kleinere Gruppe für Fortbestand der Zustimmungsregelung
Eine zweite Abgeordnetengruppe lehnt das Vorhaben ab. Sie argumentiert, dass das Recht auf Selbstbestimmung auch einschließt, keine Entscheidung treffen zu müssen. In dem Antrag der Gruppe werden stattdessen Maßnahmen für eine bessere Aufklärung über Organspenden gefordert. Die Abgeordneten wollen außerdem darauf setzen, Volljährige zu einer Entscheidung über die Organspende aufzufordern, und plädieren für einfachere Möglichkeiten, den Spendewillen zu dokumentieren, etwa durch niedrigere Hürden bei der Eintragung ins Online-Organspende-Register. Der Antrag dieser Gruppe hat deutlich weniger Mitzeichner: 58 Abgeordnete versammeln sich dahinter.
Widerspruchsregelung scheiterte bereits 2020 im Bundestag
Ob die Widerspruchsregelung diesmal eine Mehrheit findet, ist dennoch offen. Zuletzt hatte das Parlament 2020 mehrheitlich entschieden, die Zustimmungsregelung beizubehalten, obwohl der Antrag für einen Wechsel zur Widerspruchsregelung mehr Mitzeichner hatte.
Der Sozialverband Deutschland begrüßte die Initiative für eine neue Regelung. Die Verbandsvorsitzende Engelmeier sagte der "Rheinischen Post", Tausende Menschen würden auf ein lebensrettendes Organ warten. Es sei gut, dass durch den Impuls der Parlamentarier nun die Debatte wieder Fahrt aufnehme.
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Diese Nachricht wurde am 24.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





