Trisomie
Bundestag debattiert über Prüfung von nichtinvasiven Pränataltests - Antrag an Ausschüsse verwiesen

Der Bundestag hat über sogenannte nichtinvasive Pränataltests beraten, die in der Schwangerschaft das Risiko für Trisomien bestimmen. In der Aussprache warben Abgeordnete einer fraktionsübergreifenden Gruppe für eine Überprüfung der von den Krankenkassen bezahlten Tests. Diese sollten künftig nur in begründeten Einzelfällen zum Einsatz kommen, sagte die Grünen-Abgeordnete Fischer.

    Zwei Informationsbroschüren zu nichtinvasiven Pränataltests liegen neben einem Ultraschallbild in einer Frauenarztpraxis.
    Der Bundestag debattiert über Bluttests bei Schwangeren auf ein Down-Syndrom des Kindes. (picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt)
    Der CDU-Politiker Brand betonte, die Anwendung der Tests sei weit über Risikofälle hinaus deutlich angestiegen. SPD-Fraktionsvize Schmidt kritisierte, es dürfe nicht sein, dass systematisch nach Menschen mit einer Trisomie gescreent und dann empfohlen und beraten werde, das Kind nicht zu bekommen. Ein Antrag wurde nach der Debatte zur weiteren Beratung an die Ausschüsse verwiesen.
    Trisomien sind seltene genetische Veränderungen, die die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes schon im Mutterleib beeinflussen. Am bekanntesten ist die Trisomie 21, das so genannte Down-Syndrom. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Dusel, sieht weiterhin gesellschaftliche Defizite bei dem Thema. Trotz gewachsener Offenheit gegenüber Menschen mit Down-Syndrom würden diese nach wie vor benachteiligt, sagte Dusel im Deutschlandfunk anlässlich des morgigen Welt-Down-Syndrom-Tages. Dusel nannte etwa den Gesundheitsbereich.
    Diese Nachricht wurde am 20.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.