Streit um Grönland
Dänisches Arktis-Kommando lädt USA zu gemeinsamen Übungen ein

Angesichts des Konflikts um Ansprüche der USA auf Grönland hat das Bundeswehr-Team auf der Arktisinsel eine europäische Erkundungsmission begonnen. Sie sollen mit Soldaten aus anderen europäischen Staaten Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen. Das dänische Arktis-Kommando lud die USA ein, an den Übungen teilzunehmen.

    Soldaten der Bundeswehr betreten das Arktische Kommando in Nuuk.
    Das deutsche Bundeswehr-Team ist in Grönland eingetroffen. (picture alliance / dpa / Julia Wäschenbach)
    Generalmajor Andersen sagte an Bord eines Schiffes der dänischen Marine im Hafen der grönländischen Hauptstadt Nuuk, er habe mit Vertretern der NATO-Verbündeten gesprochen und diese eingeladen. Und natürlich seien auch die USA als Teil der NATO eingeladen. An der Erkundungsmission beteiligen sich auch Frankreich, Schweden und Norwegen. Die 15 Bundeswehrsoldaten waren gestern Abend in Nuuk eingetroffen. Das deutsche Team besteht nach Angaben des Verteidigungsministeriums aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche. Sie sollen Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen.
    US-Präsident Trump hatte wiederholt den Anspruch der USA auf Grönland geäußert. In den vergangenen Wochen bekräftigte er seine Pläne zur Aneignung der Insel mehrfach und schloss den Einsatz militärischer Mittel nicht aus. Trump begründet seine Pläne mit Sicherheitsinteressen in der Arktis und verweist auf zunehmende Aktivitäten Chinas und Russlands in der Region. Zudem drohte er den Ländern mit Zöllen, die gegen sein Vorhaben eintreten.
    Der ehemalige NATO-Generalsekretär Stoltenberg warnte davor, die USA zu unterschätzen, und forderte eine klare Reaktion des Militärbündnisses und der EU auf die US-Ansprüche. Für den Nachmittag sind auf Grönland und in mehreren Städten Dänemarks Demonstrationen gegen die USA angekündigt.

    US-Parlamentarier zeigen sich bei Besuch in Kopenhagen solidarisch mit Dänemark und Grönland

    Mehrere US-Parlamentarier kritisierten bei einer Reise nach Dänemark Trumps Ansprüche auf die Arktisinsel. "Grönland sollte als Verbündeter gesehen werden, nicht als Besitz", sagte die republikanische US-Senatorin Murkowski. Der demokratische Senator Durbin betonte, man zeige parteiübergreifend Solidarität mit den Einwohnern Dänemarks und mit Grönland. "Sie sind seit Jahrzehnten unsere Freunde und Verbündeten." Die insgesamt elf US-Abgeordneten trafen in Kopenhagen die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen sowie unter anderem den grönländischen Regierungschef Nielsen.
    Ein Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatte am Mittwoch keine Lösung im Konflikt um die Besitzansprüche der USA gebracht. Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark und damit auch Teil der NATO und Bündnispartner der USA.

    Weitere Informationen:

    Streit um die Insel Bundeswehr auf ”Erkundungsmission” auf Grönland (Audio)
    Trumps Grönland-Anspruch: Insel der Begehrlichkeiten
    Diese Nachricht wurde am 17.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.