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StartseiteSport AktuellSüdafrika unterstützt Caster Semenya 18.02.2019

CAS-VerhandlungSüdafrika unterstützt Caster Semenya

Im Streit um die Testosteron-Regel des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF hat die Verhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) begonnen. Olympiasiegerin Caster Semenya wehrt sich gegen die umstrittene Regel - und erhält viel Unterstützung aus ihrer Heimat.

Von Leonie March

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Läuferin Caster Semenya in Lausanne (dpa/picture alliance/Laurent Gillieron)
Siegesgewiss: Läuferin Caster Semenya vor dem Internationalen Sportsgerichtshof CAS. (dpa/picture alliance/Laurent Gillieron)
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Auf die Unterstützung ihrer Heimat kann Caster Semenya zählen. Die südafrikanische Regierung steht hinter ihr, das machte Sportministerin Thokozile Xaza bei einer Pressekonferenz unmissverständlich klar. Sie kritisierte, dass die umstrittene "Testosteron-Regelung" nur für Mittelstreckenläuferinnen gilt.

"Die Logik dahinter erschließt sich uns nicht. Sie legt die Vermutung nahe, dass diese Regelung auf Caster Semenya zugeschnitten ist, die auf diesen Strecken olympisches Gold und Weltmeistertitel gewonnen hat. Außerdem betrifft die Regelung nur Athletinnen, nicht aber alle Sportler. Das ist diskriminierend, sexistisch und widerspricht dem Gebot der Fairness. Von einem internationalen Verband hätten wir anderes erwartet. Mit unserer Kampagne "naturally superior" wollen wir erreichen, dass die ganze Welt diese Regelung als Menschenrechtsverletzung verurteilt."

Fußball- und Hockeyverband stehen hinter Semenya

In Südafrika stößt diese Kampagne, die übersetzt so viel bedeutet wie "natürlich überlegen" auf überwältigende Zustimmung. Der südafrikanische Fußballverband verurteilte die Diskriminierung von Naturtalenten, wegen angeblich zu hoher Testosteronwerte. Viele Fußballerinnen würden beleidigt, belästigt und sogar Opfer sexueller Gewalt, da sie als "anders" wahrgenommen würden. Die Trainerin der Frauenfußball-Nationalmannschaft, Desiree Ellis, bezeichnet Semenya als Inspiration und Vorbild.

"Wir haben das auch bei den letzten Freundschaftsspielen in Kapstadt klargemacht. Nicht nur Caster Semenya ist betroffen, sondern alle Sportlerinnen. Deshalb unterstützen auch wir die Kampagne."

Ähnlich äußert sich Marissa Langeni vom südafrikanischen Hockeyverband.

"Wir können es grundsätzlich nicht unterstützen, dass Frauen im Sport diskriminiert werden. Wir können uns also nicht einfach zurücklehnen und zuschauen, wie unser Goldmädchen Caster behandelt wird."

Die südafrikanischen Sportverbände, von Rugby über Cricket bis Netball, sind sich einig, dass es sich um Diskriminierung handelt. Unterschwellig schwingt teilweise auch der Vorwurf des Rassismus mit, indem die Frage aufgeworfen wird, ob der Leichtathletik-Weltverband eine Sportlerin aus den USA oder Europa ebenso ins Visier genommen hätte.

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