Nachfolger von Haseloff
CDU-Landesvorsitzender Schulze zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt

Der CDU-Landesvorsitzende Schulze ist neuer Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt. Der bisherige Landeswirtschaftsminister wurde im Magdeburger Landtag mit 58 von 97 Stimmen gewählt. Wer ist der neue Regierungschef und warum dürfte schon der Start für ihn nicht leicht werden? Ein Überblick.

    Sven Schulze (CDU) nimmt Blumen im Plenarsaal des Landtages von Sachsen-Anhalt entgegen. Ulrich Siegmund (AFD,l) gratuliert, nachdem Schulze zum neuen Ministerpräsidenten des Landes gewählt wurde.
    Sven Schulze, CDU, ist neuer Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt. (Hendrik Schmidt/dpa)
    Neben den 58 Ja-Stimmen gab es auch 38 Stimmen gegen Schulze. Eine Stimme war ungültig. Für die Wahl waren mindestens 49 Ja-Stimmen nötig. Die Koalition aus CDU, SPD und FDP hat 56 Mandate.
    Der 46-jährige Schulze übernimmt das Amt vom langjährigen Regierungschef Haseloff. Dieser hatte vor wenigen Tagen offiziell seinen Rücktritt erklärt. Haseloff führte Sachsen-Anhalt rund 15 Jahre. Er ermöglicht mit seinem Rückzug, dass Schulze als Regierungschef und nicht nur als CDU-Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 6. September gehen kann.
    Eine große Kabinettsumbildung soll es nach der Staffelstabübergabe an der Regierungsspitze nicht geben. Finanzminister Richter (CDU) soll bis zur Landtagswahl am 6. September das Wirtschaftsministerium mit übernehmen.

    Schulzes zielstrebiger Weg nach oben

    Schulze hat sich in der Politik zielstrebig nach oben gearbeitet. 2016 schuf die CDU Sachsen-Anhalt die Position des Generalsekretärs neu und wählte Schulze in die Funktion. Er war sieben Jahre Mitglied des Europäischen Parlaments, 2021 wurde Schulze dann CDU-Landesvorsitzender. Nach der Landtagswahl 2021 schmiedete er geräuschlos die Koalition aus CDU, SPD und FDP. Er selbst führte das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten.

    AfD liegt in Umfragen vor der CDU

    Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist von den fünf Wahlen in diesem Jahr diejenige, bei der die CDU am meisten zu verlieren hat – weil nicht nur der Verlust eines Ministerpräsidentenamtes möglich ist, sondern die AfD erstmals in einem Bundesland an die Macht kommen könnte. In der jüngsten Wahlumfrage kam die AfD auf 39 Prozent, die CDU auf 26.

    Weiterführende Informationen

    Extremismusforscherin Küpper sieht hohe Chancen für erste AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt
    Diese Nachricht wurde am 28.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.