Religion und Brauchtum
Christi Himmelfahrt und Männertag ziehen zahlreiche Menschen ins Freie

In Deutschland haben zahlreiche Menschen Christi Himmelfahrt und den Männertag gefeiert.

    Die Kirche Klüschen Hagis während der Männerwallfahrt im thüringischen Eichsfeld im Jahr 2019
    Die Kirche Klüschen Hagis während der Männerwallfahrt im thüringischen Eichsfeld (Archivbild) (dpa-Zentralbild / Swen Pförtner)
    Gläubige besuchten Gottesdienste oftmals im Freien und andere kirchliche Veranstaltungen. Nach christlichem Glauben wurde Jesus 40 Tage nach der Auferstehung in den Himmel aufgenommen.
    Zum Männer-, auch Herren- oder Vatertag genannt, zogen traditionell viele mit Getränken, Grillgut und Bollerwagen durch die Gegend oder trafen sich an Ausgehzielen. In Berlin und Hamburg protestierten Hunderte gegen Gewalt an Frauen. Dass Vatertag und Christi Himmelfahrt in Deutschland zusammenfallen, hängt laut dem Göttinger Theologen Wolfgang Reinbold mit den früher üblichen Himmelfahrtsprozessionen zusammen. Dabei ging eine christliche Festgesellschaft nach draußen und zog durch die Stadt oder über Land.

    "Wenn die Mütter einen Muttertag haben, sollen die Väter auch einen Vatertag haben"

    Einen Vatertag gibt es in vielen Ländern, dort fällt er allerdings nicht mit Christi Himmelfahrt zusammen. Die Idee sei überall gleich, sagte Reinbold dem EPD: "Wenn die Mütter einen Muttertag haben, sollen die Väter auch einen Vatertag haben."
    In Berlin entstand Ende des 19. Jahrhunderts die sogenannte "Berliner Herrenpartie", bei der Männer mit Bier und Gesang in Gruppen aufs Land zogen. Dieser Brauch verbreitete sich vermutlich von der Hauptstadt aus im ganzen Land, führte Reinbold aus. So sei das mit religiösen Bräuchen: "Sie verändern sich ständig, und oft produzieren sie Formen, die mit dem ursprünglichen Inhalt wenig oder auch gar nichts mehr zu tun haben, siehe etwa den Karneval, das buddhistische Holi-Fest oder den Osterhasen."
    Diese Nachricht wurde am 15.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.