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Club-of-Rome-BerichtTraurige Tropen

Regenwald im "Serra dos Orgaos"-National Park in Brasilien (imago / Mint pictures)
Weiterhin bedroht: Der tropische Regenwald (imago / Mint pictures)

Der Club of Rome warnt in seinem neuen Bericht vor einer weiteren Abholzung der tropischen Regenwälder. Inzwischen sei die Hälfte des Bestandes abgeholzt oder verbrannt worden. Trotz des extremen Raubbaus umfassen die verbliebenen Regenwälder aber noch eine Fläche, die größer ist als die der USA.

"Das Zusammentreffen von Agrarindustrie, Klimawandel und Zerstückelung der Flächen durch Straßen ist ein tödlicher Giftcocktail", warnte der langjährige Generaldirektor des WWF International, Claude Martin, bei der Vorstellung des Berichts in Berlin. Aber auch die zunehmende Urbanisierung, die stark gestiegene Nachfrage nach Biokraftstoffen und der Anbau von Soja bedrohten die tropischen Wälder.

Insgesamt sei in den letzten 30 Jahren die Hälfte aller tropischen Waldbestände verschwunden, vor allem in Brasilien und Südostasien. Wenn die Entwaldung in dem Tempo voran schreite, werden bis 2050 etwa 100 Millionen Hektar verloren gehen - das entspricht der doppelten Größe Spaniens.

Bestand lässt sich erhalten

Dennoch gibt es auch positive Beispiele, wie der WWF-Experte Jörg-Andreas Krüger im Beitrag von Korrespondentin Anja Nehls in der Deutschlandfunk-Sendung "Umwelt und Verbraucher" sagte: "Brasilien hat es im Amazonas-Gebiet geschafft, über ein Schutzgebietsnetz die Entwaldung zu reduzieren". Daran könne man sehen, dass eine vernünftige Landnutzungsplanung und Kontrollstrukturen benötigt würden, um den Bestand der Regenwälder zu erhalten und zu vergrößern. Selbst nach jahrzehntelangem Raubbau umfassen die verbliebenen Waldflächen immer noch eine Fläche, die größer ist als die der USA.

Der Bericht mit dem Titel "Endspiel - Wie wir das Schicksal der Tropischen Regenwälder noch wenden können" versucht, den aktuellen Zustand der Regenwälder zu erfassen und die zukünftige Entwicklung zu prognostizieren. Dabei werden etwa Veränderungen der Biodiversität und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder untersucht.

Der Club of Rome wurde 1968 gegründet und setzt sich als gemeinnützige Organisation für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Wegweisend war der erste Bericht "Grenzen des Wachstums", der 1972 erschien.

(fro/jcs)

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