Donnerstag, 24.01.2019
 
Seit 01:30 Uhr Tag für Tag
StartseiteComputer und KommunikationEnergiebedarf für elektronische Post enorm13.12.2014

CO2-FussabdruckEnergiebedarf für elektronische Post enorm

E-Mails werden inzwischen zuhauf versendet. Das und die Lektüre von elektronischer Post verbraucht Energie und verursacht damit auch den Ausstoß von CO2. Jeder einzelne kann allerdings die Stromlast reduzieren - durch die Wahl des Mail-Anbieters sowie die Art des Versands.

Von Pia Grund-Ludwig

Das Symbol "Neue E-Mail-Nachricht" wird auf einem Computer Monitor angezeigt.  (picture-alliance/dpa/Jan-Philipp Strobel)
Mehr als 195 Milliarden E-Mails haben Privatleute und Unternehmen 2014 weltweit verschickt, so Schätzungen der Radicati Group. (picture-alliance/dpa/Jan-Philipp Strobel)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Pocket
  • Drucken
  • Podcast
Weiterführende Information

IT-Sicherheit - Sinn und Unsinn der Mail-Verschlüsselung
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 19.08.2014)

Datensicherheit - Kostenlose Verschlüsselung
(Deutschlandfunk, Computer und Kommunikation, 22.11.2014)

"Es gibt eine Untersuchung von McAfee die untersucht haben, wie viel CO2 durch Spam-Mails verbraucht wird, da ist in Deutschland der Wert von 500.000 Tonnen CO2 angegeben. Das ist so viel wie eine kleinere Großstadt an Strom verbraucht und damit CO2 produziert."

Ralph Hintemann vom Borderstep Institut in Berlin ist auf die Nachhaltigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien spezialisiert. Wie groß der ökologische Fußabdruck elektronischer Post bei der Nutzung kostenloser Mail-Dienste aufseiten der Anbieter ist, hat er sich gemeinsam mit dem Magazin "Zeo2" angeschaut und die Ergebnisse jetzt veröffentlicht.

Sieben E-Mail-Anbieter untersucht

Der ökologische Fußabdruck elektronischer Post entsteht durch den Strom, der in den Rechenzentren eingesetzt wird, aber auch durch die Art und Weise, wie die Benutzer Mails abrufen. Untersucht hat der Wirtschaftswissenschaftler sieben Anbieter kostenloser E-Mail. Fünf Weitere wurden angefragt, haben aber nicht geantwortet.

Nur einer der sieben bekam die Note gut, nämlich Mail.de. Andere große wie United Internet mit GMX und Web.de, Google mit Gmail, die Deutsche Telekom mit T-Online und Vodafone mussten sich mit einem befriedigend abfinden. Hintemann zum Ergebnis:

"Mich hat es schon überrascht, wie wenig Interesse bei einigen Betreibern zumindest diesem Thema gewidmet wurde."

Dabei sind die Anbieter, die an der Untersuchung teilgenommen haben schon diejenigen, die die Frage des Energieverbrauchs überhaupt auf dem Schirm haben.

"Alle, die an der Untersuchung teilgenommen haben ergreifen schon in gewissem Maße Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu reduzieren und den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Es gab einige, die haben sich überhaupt nicht gemeldet, da vermuten wir dass das eher die sind, die wenig Maßnahmen ergriffen haben."

Als einer der Maßstäbe, die an die Energieeffizienz angelegt werden, gilt der Faktor PUE. Das steht für Power Usage Effectiveness und lässt sich mit Effizienz der Stromnutzung übersetzen. Bei der Berechnung wird die gesamte Strommenge, die in einem Rechenzentrum verbraucht wird durch die geteilt, die die IT benötigt. Im Idealfall steht hier also eine 1, je höher der Wert desto schlechter. Der schlechteste Wert lag bei 1,7. Das bedeutet, dass im Rechenzentrum von 1,7 Kilowattstunden Strom eine Kilowattstunde für die IT und 0,7 Kilowattstunden für Dinge wie Kühlung oder Licht verwendet werden.

Umweltkriterien bei der Hardware

Eine Rolle spielt außerdem, welche Umweltkriterien bei der Hardware angelegt werden. Abgefragt wurden neben dem Energieverbrauch auch die verwendeten Materialien und die Lebensdauer der verwendeten Server sowie die eingesetzte Software. Eine Rolle hat bei der Bewertung auch gespielt, ob die Anbieter versuchen, ihre Kunden für das Thema Energieeffizienz zu sensibilisieren. Deren Angewohnheiten bei der Mail-Nutzung sind nämlich ebenfalls von großer Relevanz für die Ökobilanz. Wer eine E-Mail verfasst oder weiterleitet, kann sie mit großen Anhängen an viele Adressaten verschicken, oder er beschränkt sich auf das Wesentliche. Außerdem spielt es eine Rolle, ob sie die elektronische Post unterwegs per Mobilfunk oder vom Festnetz abrufen.

"Wenn ich Daten über Mobilfunk runterlade, ist es immer schwer, das zu berechnen, weil das auch von der Netzauslastung abhängt. Man kann im Groben davon ausgehen, dass das fast ein Faktor zehn im Energieverbrauch sein kann der höher ist als wenn ich das über das Festnetz mache."

Der komplette weltweite Energiebedarf für elektronische Post ist laut der Studie etwa so hoch wie der jährliche Stromverbrauch von Österreich oder der Schweiz. Jeder einzelne kann durch die Art und Weise, wie er E-Mail benutzt und welchen Anbieter er wählt, entscheiden, wie groß die Stromlast zukünftig ist.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk