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Das fünfte Kölner Forum für Journalismuskritik"Wahrheit oder Ware"

Von Marco Bertolaso
Grafik zum 5. Forum für Journalismuskritik.
Grafik zum 5. Forum für Journalismuskritik.

Worum geht es im Journalismus - um Wahrheit oder Umsatz, um Aufklärung oder Klicks? Diese ewige Frage ist in Zeiten bedrohter Geschäftsmodelle und digitaler Disruption so aktuell wie selten. Wahrheit oder Ware? - Unter diesem Leitmotiv steht daher auch das fünfte "Kölner Forum für Journalismuskritik". Seien Sie am 14.6.2019 dabei - im Kölner Funkhaus, über Livestream oder im Digitalradio.

Wollen Journalistinnen und Journa­listen nicht immer die Wahrheit herausfinden und darüber berichten? Höre­rinnen und Nutzer des Deutschlandfunk verlassen sich darauf. Für andere sind journalistische Inhalte dagegen eine Ware. Medien brauchen Umsatz. Geschichten müssen sich verkaufen.

Mit diesem Spannungsfeld beschäftigt sich in diesem Jahr das fünfte "Kölner Forum für Journalismuskritik‘. Es findet unter dem Leitmotiv "Wahrheit oder Ware?" am 14. Juni zwischen 10.00 Uhr und 18.00 Uhr im Kölner Funkhaus statt.

Das detaillierte Programm finden Sie hier.

Religion und Weltansschauungen in den Medien

Den Auftakt macht eine Diskussion über Religion und Weltanschauung in den Medien. Mit dabei die frühere Spitzenpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier. Sie kämpft seit Jahrzehnten für ein laizistisches Deutschland und gegen die Kirchensteuer. Sie trifft auf Klaus Pfeffer, den Gene­ralvikar des Bistums Essen, auf die Wissenschaftlerin, Autorin und ehemalige Bundestagsabgeordnete Lale Akgün sowie auf Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung.  Christiane Florin vom Deutschlandfunk wird als Moderatorin versuchen, Stellenwert und Berechtigung des Religiös-Weltanschaulichen in Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet herauszuar­beiten.

Rechtsjournalismus

Die Wahrheit zu ermitteln, das ist auch die Aufgabe der Justiz. Wie sieht es mit der Berichterstattung über Recht, Gesetz und Prozesse in Deutschland aus? Wie steht es um die Vermittlung des Grundgesetzes, das vor 70 Jahren in Kraft getreten ist? Werden auch diese Themen immer mehr zu einer Ware auf dem Markt der Medien? Solche Fragen sind Gegenstand der Runde, zu der Deutschlandfunk-Rechtskorrespondentin Gudula Geuther die frühere Verfassungsrichterin Renate Jaeger begrüßt, die auch am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gearbeitet hat. Wir erwarten zu dieser Diskussion auch den ehemaligen Bundes­richter Thomas Fischer, Medienanwalt Stefan Müller-Römer sowie Deutschlandfunk-Moderatorin (und Juristin) Sandra Schulz.

Nachrichten in der Krise?

Die dritte Diskussion ist dem Thema Nachrichten ge­widmet. Nirgendwo sonst im Journalismus haben die Menschen einen so hohen An­spruch an Wahrheit. Und doch sind die Nachrichten auch zur Ware geworden – erst recht in Zeiten der sozialen Medien. Das gilt nicht nur in Deutschland. Zu einer Runde, die den internationalen Blick auf das Thema wagt, haben wir Tonia Mastrobuoni eingeladen sowie Tanit Koch, Geschäftsführerin n-tv, Chefredakteurin Zentralredaktion Mediengruppe RTL und früher Chefredakteurin der Bild-Zeitung. Mit dabei auch Martin Hoffmann, der einst im öffent­lich-rechtlichen Rundfunk begann, den Social-Media-Bereich von Welt und N24 leitete und dann die Nachrichten-App Resi entwickelt hat. Neuerdings arbeitet er beim Branchen-Riesen Ströer, zu dem unter anderem t-online.de gehört. Die Diskussion leitet Hektor Haarkötter, Geschäftsführer der Initiative Nachrichtenaufklärung.

Barrierefreie Information

Einige Bereiche des Journalismus entzie­hen sich dem Markt, sie können keine Ware sein. Das gilt zum Beispiel für Informationen, die sich an Menschen mit kognitiven Beein­trächtigungen richten. Barrierefreie Angebote verschiedener Art stellt Christina Marx von der Aktion Mensch vor im Gespräch mit Natalie Dedreux (Ohrenkuss), Jörg-Christian Schillmöller (Deutschlandfunk/) und Michael Thiedeke, der als blinder Stenograf beim Deutschlandfunk arbeitet.

Studierende befragen den Intendanten - Hörerinnen und Hörer kommen zu Wort

Um die Zukunft des Journalismus soll es in einem Gespräch ge­hen, in dem sich Deutschlandradio-Inten­dant Stefan Raue den Fragen junger Radiomacherinnen und -macher stellt. Wir freuen uns, dass die Redaktion von Köln Campus diesen Programmpunkt vorbereitet. Ab 15.35 Uhr wird die Sendung "@mediasres im Dialog" live von der Bühne des Forums gesendet. Hier kommen Hörerinnen und Hörer des Deutschlandfunks einmal die Woche ungefiltert zu Wort. Zum Abschluss der Veranstaltung wird schließlich auch in diesem Jahr der Günter-Wallraff-Preis für Journalismuskritik verliehen.

Das ‚Kölner Forum für Journalismuskritik‘ ist eine Veranstaltung der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion und der Initiative Nachrichtenaufklärung. Einmal im Jahr wird der Informationsjournalismus öffentlich und selbstkritisch unter die Lupe genommen. Sie können bei dieser öffentlichen Veranstaltung dabei sein. Der Eintritt ist frei, eine Mail an veranstaltung@deutschlandfunk.de genügt.

Wir übertragen die Veranstaltung am 14.6.2019 ab 10 Uhr im Digitalradio auf dem Kanal "Dokumente und Debatten".

Wir übertragen auch im Livestream.

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