Dienstag, 24. Mai 2022

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Das Large Synoptic Survey Telescope
Spieglein, Spieglein auf dem Berg

Auf dem Cerro Pachón in Chile entsteht derzeit das LSST, das Large Synoptic Survey Telescope. In gut drei Jahren soll das Instrument auf dem Andengipfel eine Himmelsüberwachung der ganz besonderen Art starten.

Von Dirk Lorenzen | 05.08.2019

Die Baustelle des LSST in Chile bei Sonnenuntergang
Die Baustelle des LSST in Chile bei Sonnenuntergang (LSST)
Binnen weniger Nächte wird es immer wieder den gesamten Himmel fotografieren. Das LSST dürfte rund vierzig Milliarden Objekte im All erfassen.
Während seiner zehnjährigen Betriebsdauer soll das Teleskop die meisten Objekte rund tausendmal beobachten, also stets ihre Helligkeit und Position bestimmen. Auf diese Weise sind sehr einfach Veränderungen im Kosmos zu entdecken – etwa Asteroiden, die sich am Himmel bewegen oder plötzlich aufflammende Objekte wie explodierende Sterne.
Hauptspiegel auf dem Berg eingetroffen
Inzwischen ist der Hauptspiegel mit 8,4 Metern Durchmesser auf dem Berg eingetroffen. Er bündelt das Licht aus dem All auf einen Fangspiegel genau über ihm, der es wiederum auf einen kleinen Spiegel mitten im Hauptspiegel lenkt.
Der M1M3-Spiegel des LSST nach dem Transport auf den Berg
Der M1M3-Spiegel des LSST nach dem Transport auf den Berg (LSST)
Der fast fünfzig Tonnen schwere Glasblock besteht also aus einem großen, breiten Ring, in dessen Mitte sich ein kleiner Spiegel mit etwas anderer Krümmung befindet. Sein Aussehen erinnert an das einer Scheibe Dosenananas, nur dass in der Mitte kein Loch ist, sondern ein anderer Spiegel.
2022 soll das Teleskop fertig sein
Dank dieser Bauweise ist das Teleskop sehr kompakt und lässt sich schnell von einer Himmelsposition zu einer anderen bewegen. Nur so ist die geplante Überwachung des Firmaments möglich. 2022 soll das Teleskop vollendet sein – dann trifft erstmals das Licht der Sterne auf den einzigartigen Doppelspiegel.