Donnerstag, 26. Januar 2023

Absturz der GRAIL-Satelliten vor 10 Jahren
Das traurige Ende von Sally Rides' Mondflug

Vor zehn Jahren krachten zwei NASA-Sonden gegen einen Berg in der Nähe des Mondkraters Goldschmidt. Es war das planmäßige Ende der GRAIL-Mission, die die Schwerkraft des Mondes vermessen hatte.

Von Dirk Lorenzen | 17.12.2022

Die beiden GRAIL-Satelliten in der Umlaufbahn um den Mond (Illustration)
Die zwei GRAIL-Satelliten, Ebb und Flow genannt, Ebbe und Flut, zogen einige Monate lang um den Mond. Die mehr als hundert Kilometer voneinander entfernten Satelliten bestimmten ihren Abstand stets auf einige Mikrometer genau.
Dieser Abstand veränderte sich minimal, wenn sich die Anziehungskraft des überflogenen Mondgebiets änderte. Der vorausfliegende Satellit spürte dies etwas früher als der nachfolgende.
So wurde erstmals das Schwerefeld komplett vermessen, was viel über den inneren Aufbau des Mondes verrät. Der Mond hat offenbar nur einen sehr kleinen kompakten Kern.
Zudem ist die Mondkruste an vielen Stellen zertrümmert, eine Folge der vielen Einschläge. Im Ozean der Stürme gibt es gewaltige Grabenbrüche in der Kruste, durch die viel Lava aus dem Mondinnern an die Oberfläche gestiegen ist.

Kameras für Schulklassen

Die beiden Sonden hatten zudem Kameras an Bord, die allerdings nicht wissenschaftlichen Zwecken dienten. Mit ihnen konnten Schüler den Mond beobachten. Mehr als zweitausend Schulklassen beteiligten sich.
Die NASA wollte mit dieser Aktion – organisiert von der früheren Astronautin Sally Ride – gezielt Schulkinder der Klassen vier bis acht für Wissenschaft und Technik begeistern. Leider starb Sally Ride, die „Kamerafrau“, während der Mission. Zum Gedenken an sie benannte die NASA nach ihr die Einschlagstelle, an der Grail sein Ende fand.
NASA-Informationen zur Benennung der Einschlagstelle von GRAIL
Eine der ganz Großen: die Astronautin Sally Ride
Die NASA-Mission GRAIL zur Erforschung des Mondes