Sonntag, 21.04.2019
 
Seit 07:05 Uhr Information und Musik
Startseite@mediasresPopulisten nicht alles nachplappern16.05.2017

DebattePopulisten nicht alles nachplappern

Fake News, Social Bots und Glaubwürdigkeitskrise – das sind Schlagworte, die gerne und oft genannt werden. Aber wie können Journalisten konkret mit den neuen Herausforderungen umgehen? Eine Veranstaltung in Berlin sucht nach Antworten.

Philipp Banse im Gespräch mit Stefan Fries

US-Präsident Donald Trump hebt seine rechte Hand zum Gruß, während er hinter einem Rednerpult und vor einer amerikanischen Flagge steht (picture alliance / Jim Loscalzo/Pool/Consolidated/dpa)
Donald Trump ist ein Beispiel dafür, dass Politiker klassiche Medien übergehen (picture alliance / Jim Loscalzo/Pool/Consolidated/dpa)
Mehr zum Thema

AfD über Rundfunk Die AfD will "schlanken Bürgerfunk"

US-Medien und Trump Keine Angst vorm Weißen Mann

Unter Generalverdacht Wie reagieren die Medien auf die Vertrauenskrise?

Medien in der Vertrauenskrise "Sie recherchieren nicht nach"

Donald Trump hat es gezeigt: Traditionelle Medien sind nicht mehr nötig, um Millionen Menschen zu erreichen. In Zeiten von Facebook und Twitter suchen besonders Politiker und Parteien den direkten Kontakt zu ihren Anhängern und umgehen so die klassischen Berichterstatter.

Dabei ist immer von Populismus die Rede. Aber was bedeutet dieser Begriff überhaupt genau? Nach Ansicht von FAZ-Journalist Justus Bender steht hinter Populismus die Annahme, alleiniger Vertreter des Volkes zu sein. "Populismus heißt: Ich bin das Volk. Die anderen sind alle korrupt oder machthungrig oder elitär", so Bender am Rande der Veranstaltung "Öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Zeiten des Populismus".

Wiederholungen können fatale Wirkung haben

Unser Autor Philipp Banse hat die Veranstaltung für uns besucht und dabei auch mit der Medienpsychologin Lena Frischlich von der Universität Münster  gesprochen. Sie meint, dass populistische Politiker versuchen so zu tun, als würden sie für die Mehrheit sprechen. Dafür nutzten sie auch Bots, die automatisiert eine bestimmte Meinung scheinbar wichtiger machten.

Und auch das Mittel der Wiederholung werde gerne angewandt. "Wiederholung ist etwas, was im Gehirn jedes Mal einen Abdruck hinterlässt. Dabei ist es relativ egal, ob während der Wiederholung verneint wird. Wenn ich sage: ‚Nicht alle Ausländer sind kriminell‘, merken sich die Leute  ‚Ausländer kriminell‘", sagte Frischlich.

Daher sollten Journalisten mit Wiederholungen sehr vorsichtig sein. Es helfe, innezuhalten und zu überlegen, ob wirklich jeder Post und jeder Tweet geteilt werden muss.  

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk