
Es sei auf jeden Fall günstiger, wenn man den Sachverhalt angemessen im Inland regele, als dass man die interessierten Personen ans Ausland verweise. Dort müssten diese dann unter Umständen Bedingungen hinnehmen, die ethisch fragwürdig oder sogar problematisch sind.
Der Kinderwunsch als solcher sei zunächst einmal legitim, sagte Kreß. Bei einer medizinischen oder biologischen Indikation könne es auch vertretbar erscheinen, eine Leihmutterschaft in Anspruch zu nehmen. Die Fortpflanzungsfreiheit einer jeden Person müsse dabei in Ausgleich gebracht werden mit dem Wohl des Kindes und dem der austragenden Frau.
Leihmutterschaft - Ausbeutung oder Grundrecht?
Die Mainzer Rechtswissenschaftlerin Friederike Wapler sagte, das Thema Leihmutterschaft berge ein Potenzial für Ausbeutung. "Wichtig wäre eine rechtssichere Lösung auch mit Blick auf die europäische Freizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union", sagte sie dem epd. Es müsse sichergestellt sein, dass nicht Frauen aus Ländern mit einem niedrigeren Einkommensniveau wie Rumänien nach Deutschland einreisten und hier die Leihmutterschaften machten.“
Die Potsdamer Rechtswissenschaftlerin Brosius-Gersdorf sagte der Zeitung "Die Zeit", sie finde es bedauerlich, dass Spahn nicht die Debatte um Leihmutterschaft in Deutschland noch einmal eröffnet habe. Sie warb für eine liberale Lösung. Ein staatliches Verbot der Leihmutterschaft sei ein Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Paare. Dafür sehe sie keine sachliche Rechtfertigung, sagte die ehemalige Kandidatin als Richterin am Bundesverfassungsgericht.
Diese Nachricht wurde am 21.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
