Mittwoch, 01. Februar 2023

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Demonstrationen angekündigt
Chemnitz vor neuer Großlage

Chemnitz steht ein unruhiger Tag bevor: Für den späten Nachmittag sind mehrere Demonstrationen angekündigt, darunter eine von drei AfD-Landesverbänden gemeinsam mit Pegida. Aber auch die Gegenseite mobilisiert - unter dem Motto "Herz statt Hetze".

Nadine Lindner im Gespräch mit Jasper Barenberg | 01.09.2018

    Ausschreitungen bei Pro Chemnitz Veranstaltung am 27.8.2018
    Am Montag kam es in Chemnitz zu Ausschreitungen - das soll sich nicht wiederholen. (imago/Michael Trammer)
    In Chemnitz sind zum Nachmittag ab 17 Uhr mehrere Kundgebungen angekündigt. Zum einen von den AfD-Landesverbänden aus Brandenburg, Sachsen und Thüringen, die einen sogenannten Trauermarsch angemeldet haben. Bei dieser Demonstration werde es auch eine politische Ebene geben - es werde nicht nur um den in Chemnitz getöteten Daniel H. gehen, sondern auch um die Asylpolitik als solche, berichtet Dlf-Korrespondentin Nadine Lindner.
    Im Aufruf der AfD hieße es, man wolle gedeckte Farben und keine Partei- oder Vereinssymbole irgendeiner Art bei der Demonstration haben. Auch sollen keine politischen Botschaften vonseiten der Demonstranten ausgehen. Das sei insofern interessant, so Lindner, da es der AfD ja nicht um diesen Einzelfall gehe, sondern darum, einen politischen Überbau zu schaffen. Allerdings wolle sie offenbar selber für die politischen Botschaften sorgen.
    Die drei AfD-Landesverbände haben die Demonstration gemeinsam mit Pegida angemeldet - und habe dafür auch die Parteispitze dafür, so Lindner. In den drei Ländern wird im kommenden Jahr gewählt - die AfD rechne sich dabei gute Chancen aus.
    Dem gegenüber steht ebenfalls ab dem Nachmittag eine Demonstration eines breiten Bündnisses aus 70 Organisationen, Vereinen und Partien. Motto: "Herz statt Hetze". Dabei werden auch Bundespolitiker erwartet, etwa Dietmar Bartsch (Linke) und Annalena Baerbock (Grüne).
    Auch das rechtsextreme Bündnis "Pro Chemnitz" hat seine Anhänger mobilisiert. Die Polizei rechnet bei allen Demonstrationen mit Teilnehmerzahlen im unteren fünfstelligen Bereich.
    Wegen der Demonstrationen und der damit verbundenen benötigten Polizisten wurde das Zweitligaspiel Dynamo Dresden gegen den Hamburger SV abgesagt. Lindner sagte, man müsse auch den Blick darauf haben, wie die Fans darauf reagierten.