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StartseiteHistorische AufnahmenKonzertsaal und Filmstudio15.04.2021

Der Dirigent und Komponist Alois Melichar Konzertsaal und Filmstudio

Bach, Schubert, Glasunow und Lehár: Das Repertoire des Dirigenten Alois Melichar war breit gefächert. Und es prägte das Schaffen des Filmkomponisten Melichar, der zeitlebens ein Spätromantiker blieb.

Am Mikrofon: Klaus Gehrke

In dem Film "Walzerkrieg" geht es um die Konkurrenz von Joseph Lanner und Johann Strauss. Szenen-Foto in Schwarz-Weiß mit Willy Fritsch als Johann Strauß, der der verliebten Königin Victoria von England (Hanna Waag) das Walzertanzen beibringt. Beide tragen Kostüme der Zeit.  (imago stock&people)
Mit der UFA-Produktion "Walzerkrieg" in der Regie von Ludwig Berger gelang Alois Melichar 1933 der Durchbruch als Komponist von Filmmusik (hier Hanna Waag und Willy Fritsch). (imago stock&people)

Nach seinem Kompositionsstudium bei Franz Schreker begann der junge Österreicher Alois Melichar in Berlin seine Karriere als Dirigent bei den Berliner Philharmonikern und bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft. Im Nationalsozialismus tauschte er den Taktstock immer öfter mit dem Bleistift und komponierte ab 1933 etliche Filmmusiken für die UFA.

Seine Mischung aus Bearbeitungen von Originalwerken von Strauß und Lanner, sowie eigenen Stücken begeisterten Kritiker und Publikum in ganz Europa. Bis 1944 schrieb Melichar die Musik zu rund 35 Filmen.

Diesem Metier blieb Melichar auch nach 1945 treu, während er als Dirigent zunehmend nur noch Operetten und Unterhaltungsmusik aufführte. Aufsehen erregte der notorische Spätromantiker mit polemischen Schriften gegen Schönberg und die Avantgarde.

So bezeichnete Melichar 1960 in dem Buch "Schönberg und die Folgen" dessen Zwölftontechnik als Irrweg, der dem musikalischen Verständnis unzugänglich bliebe. Auch vor seiner eigenen Zunft machte er nicht halt und verurteilte in seiner letzten Schrift "Der vollkommene Dirigent" viele Kollegen, die angeblich nur der Mode des Zeitgeistes hinterherlaufen würden.

Kurz vor seinem 80. Geburtstag, am 18. April 1976 verstarb Melichar in München.

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