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StartseiteSternzeitWeltstar für Jahrtausende02.10.2018

Der große Astronom Claudius PtolemaeusWeltstar für Jahrtausende

Das Ptolemäische Weltbild trägt seinen Namen. Auch darüber hinaus bildeten die Lehren des Mathematikers und Philosophen für eineinhalb Jahrtausende die Grundlagen für die gesamte Astronomie.

Von Dirk Lorenzen

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Claudius Ptolemaeus (ca. 100 – ca. 170) in einer Darstellung aus dem 16. Jahrhundert (Marantin) (Marantin)
Weltstar der Astronomie: Claudius Ptolemaeus (Marantin)
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Wer mit einem Nobelpreis für Physik geehrt wird, ist plötzlich ein Topstar der Wissenschaft. Doch auch der Nobelruhm ist vergänglich.

Zum einen kommen jedes Jahr neue Preisträger hinzu, zum anderen geraten die ausgezeichneten Forscher und ihre Projekte schnell in Vergessenheit. Ganz anders erging es Claudius Ptolemaeus. Er kam um das Jahr 100 in Oberägypten zur Welt, das damals zum Römischen Reich gehörte.

Über sein Leben ist nur wenig bekannt. Offenbar ist er an der Bibliothek von Alexandria tätig gewesen und hat zeitweise den Himmel beobachtet.

Ptolemaeus hatte enormen Einfluss auf die Astronomie. In seinen Büchern hat er systematisch das damalige Wissen über Mathematik und Astronomie zusammengetragen - für eineinhalb Jahrtausende waren sie Grundlage der gesamten Himmelskunde.

Seine Originalarbeiten gingen verloren, doch die Schriften wurden im arabischen Raum in die Neuzeit überliefert. Daher heißt sein Hauptwerk Almagest, was im Arabischen so viel bedeutet wie "Große Zusammenfassung".

Titelseite einer Almagest-Ausgabe von 1515 | Universität Wien (Universität Wien) (Universität Wien)

Darin entwickelt er das Ptolemäische Weltbild mit der Erde im Zentrum, umkreist von Sonne, Mond und Planeten. Heute ist klar, dass nicht die Erde, sondern die Sonne in der Mitte steht.

Ptolemaeus listet zudem 48 Sternbilder auf und überliefert den Fixsternkatalog des Hipparch, mit dem die Astronomen im 18. Jahrhundert die Eigenbewegung der Sterne entdeckt haben.

Claudius Ptolemaeus ist im Jahr 160 gestorben. Doch sein Name lebt in der Astronomie nahezu ewig weiter – und das ganz ohne Nobelpreis.

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