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StartseiteSternzeitDer kleine Merkur als großer Abendstern06.05.2021

Der kleinste Planet zu GastDer kleine Merkur als großer Abendstern

Merkur, der kleinste Planet in unserem Sonnensystem, steht im Mai im Mittelpunkt am Sternenhimmel. Er ist dann besonders gut zu sehen. Nur sollte man wissen, wann man nach ihm sucht, denn das Beobachtungsfenster ist klein.

Von Dirk Lorenzen

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Der innerste Planet Merkur zeigt sich jetzt wieder abends tief am Nordwesthimmel (hier die genaue Position für Sonntag) (Stellarium)
Der innerste Planet Merkur zeigt sich jetzt wieder abends tief am Nordwesthimmel (hier die genaue Position für Sonntag) (Stellarium)

Bis Ende kommender Woche bietet sich die beste Gelegenheit des Jahres, den Planeten Merkur am Abend zu beobachten. Eine knappe Stunde nach Sonnenuntergang zeigt er sich über dem Nordwesthorizont.

Merkur läuft – wie die Venus – innerhalb der Erdbahn um die Sonne. Er kann sich immer nur ein kleines Stück nach links oder rechts von ihr entfernen. Daher zeigt er sich entweder abends kurz nach Sonnenuntergang oder morgens vor Sonnenaufgang. Mitten in der Nacht ist Merkur nie zu sehen. Das geht nur bei Planeten, die außerhalb der Erdbahn um die Sonne ziehen, also etwa Mars, Jupiter und Saturn.

Der Legende nach soll Nikolaus Kopernikus auf dem Sterbebett geklagt haben, dass er niemals Merkur gesehen hat. Das ist angesichts der übrigen Beobachtungen von Kopernikus aber wenig plausibel.

Falschfarbenaufnahme des innersten Planeten Merkur  (NASA / Messenger-Sonde)Der Planet Merkur, hier in einer Falschfarbenaufnahme, ist aus unseren Breiten nur wenige Wochen im Jahr zu beobachten (NASA / Messenger-Sonde)

Der innerste und kleinste aller Planeten ist in unseren Breiten zwar nur für wenige Wochen pro Jahr zu sehen. Doch dann ist er keineswegs unscheinbar.
Merkur leuchtet in diesen Tagen fast halb so hell wie Sirius, der hellste Fixstern am Himmel – und schwächt sich bis Ende der kommenden Woche etwa auf die Wega-Helligkeit ab.

Er ist also wirklich ein heller Abendstern, auch wenn er es nicht mit der Venus aufnehmen kann. Merkur steht leider recht tief am Himmel – eine gute Faustbreite bei ausgestrecktem Arm über dem Horizont. Der Blick nach Nordwesten muss frei von hohen Bäumen, Häusern oder Bergen sein. Besonders hübsch ist der Besuch der hauchdünnen Mondsichel in genau einer Woche. Am Himmelfahrtsabend steht der Mond knapp links unterhalb von Merkur.

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