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StartseiteSternzeitKaum Ansteckungsgefahr für den roten Planeten23.08.2020

Der Mars und das LebenKaum Ansteckungsgefahr für den roten Planeten

Eine große Sorge von Forscherinnen und Forschern ist, dass verunreinigte Landefahrzeuge irdische Mikroorganismen auf anderen Himmelskörpern einschleppen. Für den Mars besteht da aber wenig Gefahr.

Von Hermann-Michael Hahn

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Die Oberfläche des Mars zeigt an vielen Stellen Spuren möglicher früherer Wasserströme  (NASA)
Die Oberfläche des Mars zeigt an vielen Stellen Spuren möglicher früherer Wasserströme (NASA)

Eine solche Kontamination könnte eventuell vorhandene ursprüngliche Lebensformen gefährden oder zumindest die existierende Umwelt dauerhaft verändern. Und womöglich fände man eines Tages nicht extraterrestrisches Leben auf dem Mars, sondern nur eingeschlepptes irdisches.

Aber wie Forscher am Southwest Research Institute im texanischen San Antonio herausgefunden haben, sind die Überlebenschancen für irdische Organismen selbst in den nur sehr vereinzelt auftretenden Feuchtgebieten auf dem Mars verschwindend gering.

Damit flüssiges Wasser als erforderliches Lebenselixier bei dem extrem geringen Luftdruck am oder knapp unter dem Marsboden überhaupt bestehen kann, ist ein hoher Salzgehalt erforderlich.

Temperatur auf dem Mars ist zu kalt

Wie Laborversuche unter simulierten Marsbedingungen zeigen, können  Salzlaken bis zu sechs Stunden bestehen bleiben, ehe sie verdampfen. Solche Pfützen könnten auf etwa 40 Prozent der Marsoberfläche vorkommen, wenn auch jeweils nur in den wenigen hochsommerlichen Wochen während eines Marsjahres.

Schrägaufnahme einer Region, in der vermutlich größere Mengen an Grundeis aufgeschmolzen wurden und als Oberflächenwasser bzw. Schlammlawinen abströmten  (DLR)Schrägaufnahme einer Region, in der vermutlich größere Mengen an Grundeis aufgeschmolzen wurden und als Oberflächenwasser bzw. Schlammlawinen abströmten (DLR)

Das Ganze funktioniert lediglich bei Temperaturen um -55 Grad. Sonst würden die Pfützen noch viel schneller verdampfen. Für Leben, wie wir es von der Erde her kennen, ist das viel zu kalt.

Entsprechend ist nach Ansicht der Forscherinnen und Forscher die Überlebenswahrscheinlichkeit für irdische Lebensformen auf dem Mars äußerst gering – wenn nicht gleich null.

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