Donnerstag, 06. Oktober 2022

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Der Soziologe Paul Scheffer
Einwanderung zwingt zur Selbstreflexion

Die benachbarten Niederlande haben schon viel länger als Deutschland Erfahrungen mit Einwanderern. Der Soziologe und Politiker Paul Scheffer weiß, welche Fehler man nicht machen sollte. Er plädiert dafür, Einwanderung positiv zu sehen. Sie zwinge eine Gesellschaft zur Selbstreflexion, sagt er im DLF.

Der niederländische Soziologe und Politiker Paul Scheffer im Gespräch mit Beatrix Novy | 27.03.2016

    Der niederländische Autor Paul Scheffer, aufgenommen in Frankfurt am Main am 15.10.2008
    Der niederländische Autor Paul Scheffer, aufgenommen in Frankfurt am Main am 15.10.2008 (dpa / picture alliance / Wolfram Steinberg)
    Wir kommen nur weiter mit der Integration, wenn wir klare normative Orientierungen setzen, sagt Paul Scheffer, und bezeichnet Multikulturalismus als eine "Demokratisierung des Vorurteils". Statt dessen fordert er echte Auseinandersetzung mit den Einwanderern, bei denen alle Traditionen - auch das Kruzifix in deutschen Schulen - diskutiert werden können. Als historisches Beispiel dient ihm der kulturelle Konflikt zwischen irischen Katholiken, die im 19. Jahrhundert in die USA einwanderten. Und auf heftige Vorurteile der protestantischen Mehrheitsgesellschaft stießen.
    Das Gespräch können Sie mindestens sechs Monate nachhören.