Montag, 04. Juli 2022

Der Tag
"Buchhalter des Todes": Der Högel-Prozess

Für die Angehörigen der Opfer von Niels Högel schafft das Urteil Klarheit wer ihre Liebsten tötete. Doch einige werden nie Gewissheit haben. Wir sprechen über die schwierige Wahrheitsfindung. Außerdem: Das Migrationspaket der Bundesregierung soll im Hauruck-Verfahren durchs Parlament.

Von Ann-Kathrin Büüsker | 06.06.2019

Der wegen vielfachen Mordes Angeklagte Niels Högel kommt in den Gerichtssaal und hält sich eine blaue Mappe vor das Gesicht
Prozess gegen Krankenpfleger Niels Högel (Nicolas Martin / dpa / Julian Stratenschulte)
In einem weiteren Prozess ist Niels Högel heute vom Oldenburger Landgericht in 85 Fällen wegen Mordes verurteilt worden. Das Gericht stellte außerdem die Schwere der Schuld fest. Der Prozess war vor allem für die Angehörigen wichtig, die nun endlich Gewissheit haben, ob ihre Angehörigen auch zu Högels Opfer zählten. In fünfzehn Fällen wurde Högel allerdings frei gesprochen. Der ganze Fall hat Wunden in die Region gerissen, Leben zerstört, Beziehungen belastet, wie unsere Landeskorrespondentin Felicitas Boeselager berichtet.
Migrationspaket
Der Bundestag wird morgen Teile des Migrationspakets beschließen. Insgesamt finden sich darin acht Gesetze, die mit verschiedenen Migrationsfragen zu tun haben, berichtet unsere Hauptstadtkorrespondentin Gudula Geuther. Deutschland bekommt zum Beispiel ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Doch das Verfahren wurde diese Woche mit Höchstgeschwindigkeit durch den Bundestag gepeitscht: Ein Verfahren, das echte Auseinandersetzung mit den Inhalten kaum zulässt.