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StartseiteWirtschaft am MittagUS-Unternehmen sorgen sich um das Geschäft in Deutschland27.04.2017

Deutsch-Amerikanische Handelskammer US-Unternehmen sorgen sich um das Geschäft in Deutschland

Seit seiner Amtsübernahme droht US-Präsident Donald Trump mit Importsteuern. Das würde jedoch auch US-Firmen betreffen, die in Deutschland tätig sind - und die sich deshalb um ihre Rendite sorgen. Die Deutsch-Amerikanische Handelskammer gab bei einem Treffen in Berlin jetzt jedoch Entwarnung.

Von Thomas Weinert

Auf einer Fotowand ist das Logo der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland, der AmCham Germany, im Hotel "Hilton Park" in München (Bayern) zu sehen.  (picture alliance / dpa / Inga Kjer)
Befürchten US-Firmen negative Folgen für das eigene Deutschland-Geschäft durch die Administration Trump? Dazu gab heute die "AmCham Germany", die Amerikanische Handelskammer in Berlin Auskunft. (picture alliance / dpa / Inga Kjer)
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Bernhard Mattes, Präsident der Amerikanisch-Deutschen Handelskammer:

"Es ist, wie gesagt, noch nicht klar, was die Regierung machen wird. Auch die letzten Veröffentlichungen gestern zeigen Absichtserklärungen, die aber eben in der Balance für die Wirtschaft noch nicht ausgewogen sind. Ja, Steuersenkungen, aber wenn die Gegenfinanzierung solcher Programme noch nicht klar ist, dann kann man sich abschießend auch noch kein Urteil erlauben. Von daher gesehen ist das Bild noch nicht rund genug, dass die Unternehmen eine klare Einschätzung vornehmen können."

Importsteuer könnte auch US-Firmen das Leben schwer machen

Solch ein Unternehmen leitet Rob Smith von AGCO, unter dem Dach dieses Agrarkonzerns läuft die bekannte Traktorenmarke Fendt aus dem Allgäu. Beim Export dieser hochwertigen Maschinen in die USA käme in Zukunft noch eine Importsteuer dazu, mit der Donald Trump auch den hiesigen US-Firmen das Leben schwer machen will:

"Unsere Aufgabe ist es, Firmen erfolgreich zu leiten, in jeden Präsidentschaftszeiten. Wenn die Border- Adjustment-Tax kommt, dann müssen wir damit umgehen, kommt sie nicht, werden wir uns freuen."

Die amerikanischen Unternehmen haben in der heute vorgelegten Umfrage dargestellt, wie schwer solche Steuermaßnahmen auf die Rendite schlagen würden, die durchaus guten Zahlen in puncto Umsatzentwicklung, Investitionen und Beschäftigung sehen aus wie Hoffnungsschimmer auf einen wirtschaftlichen Status quo, den es politisch nicht mehr geben wird:

"Auch Sicht der Unternehmen ist die wirtschaftliche Verbindung stabil"

Bernhard Mattes: "Was die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA angeht, auch das haben wir befragt, geht rund die Hälfte von der Abschwächung einer politischen Partnerschaft aus, das ist schon signifikant, das ist nicht erfreulich. Wenn es um die wirtschaftlichen Beziehungen geht, dann erwarten 58 Prozent, dass sie stabil bleiben. Also: Aus Sicht der Unternehmen ist die wirtschaftliche Verbindung und auch die Zusammenarbeit zu einem großen Prozentsatz stabil und wird auch so für die Zukunft gesehen."

Und so sieht sich die Handelskammer in Zukunft auch als Kommunikator gegen Slogans wie "Buy American" und will gegensteuern mit Fakten, wie zum Beispiel, dass BMW die höchsten Autoausfuhren aus den USA aufweist, erst dann kommen die großen drei US-Konkurrenten.

Lob über Motivation und Qualifikation deutscher Mitarbeiter

Wenn amerikanische Unternehmer über Deutschland sprechen, das war der eigentliche Anlass des heutigen Termins, dann sind sie weiterhin des Lobes voll über Motivation und Mitarbeiterqualifikation. Erst vorgestern hatte sich Präsidententochter Ivanka Trump das Duale Ausbildungssystem in Deutschland angeschaut, von dem auch Rob Smith schwärmt. Kritik kommt vor allem beim Thema "digitale Infrastruktur" , wie hier bei Fendt im Allgäu:

"Alle unsere Mitarbeiter in der Gegend und nicht nur im Werk sollen eine schnelle Internetverbindung haben. Und wenn man das beziffert auf nur 16 Mbit, kennt jeder hier, dass das sehr langsam ist und sehr bedürftig wäre für einen Ausbau."

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