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StartseiteWirtschaft am MittagWieder in den roten Zahlen30.10.2019

Deutsche BankWieder in den roten Zahlen

Bei der Deutschen Bank werden tausende Stellen abgebaut und ganze Geschäftsbereiche abgetrennt. Der größte Konzernumbau seit zwei Jahrzehnten hat gerade erst begonnen. Langfristig sollen so die Kosten sinken, kurzfristig kostet das aber erstmal viel Geld, wie die Quartalsbilanz zeigt.

Von Mischa Ehrhardt

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Das Foto von Februar 2018 zeigt die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. (picture alliance / Michael Probst)
Der teure Konzernumbau sorgt für eher düstere Aussichten. (picture alliance / Michael Probst)
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Vor allem hohe Kosten für den Konzernumbau macht Deutschlands größte Privatbank für den Verlust verantwortlich. In den vergangenen drei Monaten fiel bei der Bank ein Verlust nach Steuern von 832 Millionen Euro an. In den ersten neun Monaten liegt der Fehlbetrag damit bei knapp 3,8 Milliarden Euro. Dennoch zeigte sich die Bank zufrieden:

"Wir sind mit unserer Transformationsstrategie auf Kurs, mit spürbaren Fortschritten in allen Bereichen. Unser Risiko-Abbau ist in vollem Gang. Unsere Erträge in unseren Kernbereichen sind robust und werden unterstützt durch wachsende Geschäftsvolumen. Mit unseren Plänen liegen wir im Rahmen oder über unseren Erwartungen. Und wir liefern auch in Bezug auf geplante Kosteneinsparungen", sagte Deutsche-Bank-Finanzchef James von Moltke bei der Vorstellung des Zahlenwerks.

Konzernchef Christian Sewing hatte der Bank im Juli einen radikalen Konzernumbau verordnet. Einschnitte gibt es im Bereich Investmentbanking. Aus dem Aktienhandel verabschiedet sich die Bank komplett, der Anleihehandel wird abgespeckt. Rund ein Fünftel der Risiken in der Bilanz wandert in eine Abbau-Einheit, eine interne so genannte Bad Bank. Kern der neuen Deutschen Bank soll künftig die Unternehmensbank werden, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmert.

Investmentbanking schwächer als bei der Konkurrenz

An der Börse und auch bei Analysten kommt die Bilanz der vergangenen Monate allerdings weniger gut an.

"Ob jetzt in einer Restrukturierung mal 100 Millionen mehr oder weniger anfallen, das finde ich jetzt nicht so wichtig. Aber die Kernbank hat relativ schwach abgeschnitten und auch beim Investmentbanking hat die Deutsche Bank schlechter abgeschnitten als die Konkurrenz, insofern waren die Zahlen schon eher schwach", sagt Analyst Philipp Häßler aus dem Wertpapierhandelshaus Pareto Securities.

Das Schild einer, Commerzbank-Filiale, ist an einer Hausfassade nahe der Zentrale der Commerzbank angebracht. (picture alliance/Arne Dedert/dpa) (picture alliance/Arne Dedert/dpa)Stellenabbau und Filialschließungen / Commerzbank baut um
Nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank rüstet sich die Commerzbank mit tiefen Einschnitten für die Zukunft. Tausende Jobs sollen wegfallen, 200 Filialen geschlossen werden. Für Kunden, die ein Konto bei der Commerzbank haben, könnte es teurer werden.

Immerhin sieht er Fortschritte beim Absenken der Kosten in der Krisenbank. Die nämlich sind ein großes Problem. So musste die Bank im vergangenen Jahr für einen Euro Ertrag knapp 93 Cent aufwenden. Diese Relation sieht bei den meisten Konkurrenten weit besser aus. Auch die Einnahmen sind deutlich gesunken. Um 15 Prozent sind die Erträge der Bank im Vergleich zum dritten Quartal 2018 eingebrochen.

"Das könnte zum Problem werden. Momentan würde ich sagen, die Deutsche Bank ist in einer Restrukturierung, insofern ist klar, dass da die Erträge zurückgehen, weil auch Geschäftsbereiche aufgegeben werden. Aber es ist wichtig, dass spätestens im nächsten Jahr dieser Trend gestoppt wird und die Zahlen dann auch wieder langsam besser werden."

Für 2020 wieder die Gewinnschwelle im Blick

Finanzchef James von Moltke ist in diesem Sinn zuversichtlich, dass die Deutsche Bank im kommenden Jahr das Tal durchschritten hat und zumindest keine Verluste mehr schreibt:

"Wir erwarten 2020 ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen oder etwas darüber. Das bleibt unser Ziel und wir arbeiten hart daran, dass die Transformationskosten so weit wie möglich in 2019 anfallen, so dass wir dann die Basis schaffen für Wachstum und Profitabilität in der Zukunft."

Für viele Mitarbeiter der Bank ist das wohl nur ein schwacher Trost. Denn am Ende des Umbauprozesses sollen bis 2022 rund 18.000 Stellen wegfallen. Im vergangenen Quartal ist die Zahl der Beschäftigten um 1500 gesunken auf erstmals unter 90.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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