Arbeitsmarktpolitik
Deutscher Frauenrat: Arbeitszeitdebatte geht an Realität von Frauen vorbei

Anlässlich des Weltfrauentags am Sonntag hat der Deutsche Frauenrat die politische Debatte über Arbeitszeiten kritisiert.

    Zwei feministische Symbole hängen an einem Zaun.
    Am 8. März ist Weltfrauentag. (Ricardo Rubio / EUROPA PRESS / dpa)
    So wäre die Abschaffung des Acht-Stunden-Tags, wie sie im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei, ein gleichstellungspolitischer Fehlschluss, sagte die Vorsitzende von Miquel der Nachrichtenagentur epd. Das Gleiche gelte für die Pläne, Überstunden von Vollzeitbeschäftigten steuerlich zu begünstigen, und für Debatten über die angebliche Lifestyle-Teilzeit. Dies gehe komplett an der Realität von Frauen vorbei. Denn sie würden in viel größerem Maße als Männer Sorgeverantwortung für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige übernehmen. Wer wolle, dass Frauen mehr Erwerbsarbeit leisteten, müsse die Rahmenbedingungen verbessern, so Miquel.
    Teilen der Bundesregierung warf sie mangelndes Engagement in gleichstellungspolitischen Fragen vor. Etwa in den Schlüsselressorts Kanzleramt, Finanzministerium und Wirtschaftsministerium gebe es große Lücken.
    Der Deutsche Frauenrat ist ein Dachverband von rund 60 Organisationen und setzt sich für die Gleichstellung ein.
    Diese Nachricht wurde am 06.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.