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Deutscher Olympischer SportbundUmstrittene Reform des Spitzensports verabschiedet

Der Spitzensport und seine Finanzierung werden neu strukturiert: Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes hat eine jahrelang diskutierte Reform gebilligt. Künftig gilt: Aussichtsreiche Disziplinen bekommen mehr Geld, perspektivlose eher weniger.

Nach jahrelangem Streit gab es am Ende eine große Mehrheit für das Konzept, das der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesinnenministerium im November vorgelegt hatten. Von den 439 Mitgliedern auf der 13. DOSB-Vollversammlung stimmte nur eines dagegen, fünf enthielten sich.

Ziel der Spitzensportreform ist es, die Athleten effizienter zu fördern, damit sie im internationalen Wettbewerb künftig erfolgreicher werden. Dazu sollen Verbände mit aussichtsreichen Disziplinen mehr Geld bekommen als solche, für die es nur wenig Hoffnung auf Medaillen gibt. Aber auch diese sollten nicht leer ausgehen, versprach Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in einer Videobotschaft an die in Magdeburg versammelten Mitglieder: "Wir sind in Gesprächen für eine Basisförderung."

Das Ziel: mehr Erfolg durch effizientere Förderung

Wie viel Geld der Staat in Zukunft konkret in die Finanzierung des deutschen Spitzensports stecken will, ist allerdings noch unklar. Dazu machte de Maizière keine konkreten Angaben. Nur so viel: "Wenn das Konzept fertig ist, werde ich mich dafür einsetzen, dass der Sportetat substanziell und dauerhaft erhöht wird, damit die Reform erfolgreich sein wird."

Die Mitgliederversammlung machte in dem Reformbeschluss ihrerseits deutlich, dass sie "einen signifikanten finanziellen Aufwuchs der Leistungs- und Spitzensportförderung" erwartet. Nur so könnten die vorgesehenen Maßnahmen greifen und die gewünschte Wirkung entfalten. In den Jahren 2017 und 2018 soll die Umsetzung der Reform vorbereitet werden. In diesen "Übergangsjahren" müsse das bisherige Förderniveau mindestens bestehen bleiben.

Bis zuletzt war an dem Konzept für eine Spitzensportreform gefeilt worden. Mehrere Verbände hatten bemängelt, dass sie in die Verhandlungen zwischen DOSB und Bundesinnenministerium nicht eingebunden worden seien. Auch am Samstag wurden noch kritische Stimmen laut. So erklärte der Vorsitzende der Deutschen Triathlon-Union (DTU), Martin Engelhardt, er bestehe darauf, dass die Eigenständigkeit des Sports erhalten bleibe: "Ich möchte keinen Staatssport." Das habe Deutschland bereits erlebt.

(am/sdö)

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