
Die IEA habe ihre Mitgliedstaaten um die Freigabe von insgesamt 400 Millionen Barrel Öl gebeten. Das entspricht in etwa der Menge, die vor dem Krieg innerhalb von 20 Tagen durch die Straße von Hormus transportiert wurde.
Die geplante Menge würde die 182 Millionen Barrel übertreffen, die die Mitgliedsstaaten 2022 nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf den Markt gebracht hatten. Auch andere Länder vermeldeten Freigaben aus ihren Ölreserven, etwa Japan und Österreich.
Reiche: "Sichtbares Signal in den Markt"
Reiche unterstrich, dass es in Deutschland keinen Versorgungsmangel gebe. Man sei aber solidarisch mit den anderen Staaten, die von Lieferungen aus den Golfstaaten abhängig seien. Auf die koordinierte Freigabe der Reserven hätten die Regierungen in Japan und USA gedrängt. Ziel sei ein "sichtbares Signal an den Markt." Die Ankündigung drückte die Preise zunächst allerdings nicht nachhaltig, auch weil der Schritt bereits antizipiert worden war.
Durch die faktische Blockade der Straße von Hormus durch den Iran ist der Transport von Rohstoffen durch die Meerenge praktisch zum Erliegen gekommen. Vor allem asiatische Staaten sind auf die Importe aus dem Nahen Osten angewiesen. Dazu zählen neben Japan etwa auch Südkorea, Indonesien, die Philippinen oder Bangladesch. Mehrere Regierungen haben bereits Maßnahmen erlassen, um den Verbrauch von Öl einzuschränken oder die Folgen für die privaten Haushalte und Unternehmen abzumildern.
CDU-Politiker erwartet kurzfristig Preisdämpfung
Der CDU-Wirtschaftspolitiker Wiener begrüßte die Entscheidung, die Ölreserven freizugeben. Damit könnten die Preise kurzfristig gedämpft werden, sagte Wiener, der dem Wirtschaftsausschuss des Bundestags angehört, im Deutschlandfunk. Das eigentliche Problem, nämlich die Verknappung von Öl, werde aber dadurch nicht gelöst.
Die 32 Mitglieder der IEA verfügen insgesamt über Reserven von mehr als 1,2 Milliarden Barrel. In Deutschland ist gesetzlich eine Reserve an Öl- und Ölprodukten vorgegeben. Mehr dazu hier.
Diese Nachricht wurde am 11.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



