Freitag, 15.11.2019
 
Seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag
StartseiteSport am WochenendeKein Anlass für Euphorie22.06.2019

DFB-Frauen im WM-ViertelfinaleKein Anlass für Euphorie

Man sollte sich nicht von den Ergebnissen täuschen lassen, sagte der langjährige Erfolgstrainer Bernd Schröder nach dem Viertelfinaleinzug der deutschen Mannschaft bei der FIFA Frauen WM. "Es kommen jetzt Gegner, die uns mehr zu schaffen machen."

Bernd Schröder im Gespräch mit Matthias Friebe

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Die deutschen Fußballerinnen nach dem Sieg gegen Nigeria bei der FIFA Frauen WM in Grenoble (AFP / Jean-Pierre Clatot )
Die deutschen Fußballerinnen nach dem Sieg gegen Nigeria (AFP / Jean-Pierre Clatot )
Mehr zum Thema

FIFA Frauen-WM Deutschland steht im Viertelfinale

Dossier zum Frauenfußball Ungleichheit und veraltete Geschlechterrollen

Nach dem 3:0-Erfolg gegen Nigeria hat die deutsche Nationalmannschaft bei der FIFA Frauen WM das Viertelfinale erreicht und steht weiter ohne Gegentor da. Trotz der auf dem Papier makellosen Bilanz fällt die Analyse von Bernd Schröder, dem langjährigen Erfolgstrainer bei Turbine Potsdam, gemischt aus. Es gebe noch viele Dinge, die verbessert werden müssten, sagte Schröder im Deutschlandfunk.

Schröder: "In der zweiten Halbzeit nur verwaltet"

Man habe gegen Nigeria nie das Gefühl gehabt, die deutsche Mannschaft könnte das Spiel verlieren. Zufrieden könne man aber nur mit der ersten Halbzeit und mit der Chancenverwertung sein. "Es hat mich selbst überrascht, welche großen Probleme wir in der zweiten Halbzeit hatten, die Mannschaft war teilweise völlig von der Rolle, der Spielfluss ist verloren gegangen. Sie hat zuviel verwaltet, hat spielerisch nicht das gezeigt, was man sich vorgestellt hat", sagte Schröder und bemängelte auch die taktische Umstellungen nach dem Seitenwechsel. Besonders der Rückzug von Alexandra Popp ins Mittelfeld habe dem Offensivspiel nicht gut getan.

Die schweren Gegner kommen erst

Vom klaren Ergebnis gegen Nigeria sollte man sich nicht täuschen lassen, so Schröder. "Man muss aufpassen, dass man sich keine Euphorie einreden lässt. Es kommen jetzt Gegner, die uns mehr zu schaffen zu machen werden als Nigeria."  

Bernd Schröder, langjähriger Erfolgstrainer bei Turbine Potsdam (imago sportfotodienst)Bernd Schröder sieht nach dem Viertelfinaleinzug der DFB-Frauen keinen Anlass für Euphorie (imago sportfotodienst)

Als möglichen Gegner fürs Viertelfinale würde Schröder Schweden favorisieren. Deren Spielerinnen kenne man besser, man brauche keine Überraschungen zu fürchten. Insofern sei Schweden sicherlich etwas berechenbarer als Kanada.

Kritik am Niveau und am Modus

Vom Niveau der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft, die schon vor dem Start zur besten Frauen-WM aller Zeiten aller Zeiten erklärt wurde, zeigte sich Schröder insgesamt eher enttäuscht. Es gebe zu viele Mannschaften bei dieser WM, etwa Thailand, die auf dem hohen Niveau nicht mithalten könnten, auch der Modus sei für die Zuschauer verwirrend.

Man müsse weiter am Turniermodus arbeiten, sagte Schröder und sprach sich dagegen aus, noch mehr Mannschaften zuzulassen. "Das Niveau der Spiele ist nicht durchgängig so gut, dass wir sagen können: Wir kommen im Frauenfußball voran."  

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk