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StartseiteSport am Wochenende Inmitten aller Turbulenzen aber nie verantwortlich09.05.2021

DFB-Vize Koch Inmitten aller Turbulenzen aber nie verantwortlich

"Die Schlammschlacht an der DFB-Spitze hat eine Dimension erreicht, in der sie nichts und niemand mehr stoppen kann. Ganz offenkundig nicht mal die Vernunft", sagt Sportjournalist Thomas Kistner im Dlf. Vizepräsident Rainer Koch werde "bis zur letzen Patrone" um seinen Posten kämpfen.

Thomas Kistner im Gespräch mit Matthias Friebe

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Fußball: Bundesliga, Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga im Maritim Hotel Berlin. Christian Seifert, Sprecher des DFL-Präsidiums, (l-r), DFB-Präsidentschaftskandidat Fritz Keller, DFB-Vizepräsident Rainer Koch bei der Pressekonferenz im Anschluss. (dpa/Andreas Gora)
Rainer Koch (links) und zwei seiner Gegenspieler: DFL-Geschäftsführer Seifert und DFB-Präsident Keller (dpa/Andreas Gora)
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Für Thomas Kistner von der Süddeutschen Zeitung geht es im Kampf an der DFB-Spitze nicht nur um persönliche Abneigungen zwischen Präsident Keller einerseits und Koch, Generalsekretär Curtius und Schatzmeister Osnabrügge auf der anderen Seite:

"Mein Eindruck ist viel eher der, dass es hier um Kern um etwas viel Bedeutsameres geht. Denn wir dürfen ja nicht vergessen, dass im Zentrum des Streits keine Eifersüchteleien, sondern ein veritables Problem steht. Eines, das in Kürze auch eine Staatsanwaltschaft beschäftigen könnte: Die Frage nämlich, warum ein sehr diskreter Medienberater des DFB, Kurt Diekmann, mit gut 360.000 Euro belohnt worden ist im Rahmen einer Medientätigkeit, die nur von Mai 2019 bis Spätsommer 2020 gegangen sein soll."

Rainer Koch sitzt vor einer Grafik eines verschwommenen DFB-Wappens. (IMAGO / Martin Hoffmann) (IMAGO / Martin Hoffmann)DFB-Vize Koch im Sportstudio - "Diese Mail kenne ich nicht"
Es geht drunter und drüber im DFB. DFB-Vizepräsident Rainer Koch kam deshalb ins ZDF-Sportstudio, zum ersten Mal seit dem Bekanntwerden der Skandale. Ein erinnerungswürdiger Auftritt.

Wofür diese hohe Summe bezahlt wurde, sei unklar, sagt Kistner. Die DFB-interne Revision habe bereits eine forensische Unterschlagungsprüfung und eine Selbstanzeige ins Spiel gebracht.

"Sportpolititsche Verwerfungen" im Hintergrund?

Rainer Koch habe bei einer Konferenz am vergangenen Wochenende nur mithilfe der Stimmen der von ihm geleiteten Verbände aus Bayern und der Südregion das Vertrauen der Landesverbände ausgesprochen bekam. Koch sei der einzige der vier handelnden Personen an der Verbandsspitze, der noch keine Bereitschaft gezeigt habe, seinen Platz zu räumen.

Kistner glaubt, dass hinter all den Verwerfungen im DFB ein sportpolitisches Problem stecke. "ich denke, dass eine Staatsanwaltschaft, die immer der Spur des Geldes folgt, über die Spur des Geldes hier auch zu sportpolitischen Verwerfungen kommen kann."

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