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StartseiteSprechstundeLeben mit einer Niereninsuffizienz03.12.2013

DialyseLeben mit einer Niereninsuffizienz

Menschen, deren Nieren nicht mehr richtig funktionieren, müssen regelmäßig an eine künstliche Niere angeschlossen werden, die das Blut für sie reinigt. Mittlerweile können diese Patienten den Vorgang auch zu Hause per Heimdialyse selbst durchführen.

Von Martin Winkelheide

Ein Dialyse-Patient sitzt im Maingau-Krankenhaus in Frankfurt und hält die Zu- und Ablaufschläuche für das Blut fest. (picture-alliance/ dpa/dpaweb)
Bei der Dialyse reinigt eine künstliche Niere das Blut für den Patienten (picture-alliance/ dpa/dpaweb)
Weiterführende Information

Fast natürliche Niere aus dem Labor - Wissenschaftler nutzen zellenloses Nierengewebe, um transplantationsfähige Organe zu züchten (Deutschlandfunk, Forschung Aktuell, 15.04.2013)

Eine Niere für Massimo - Das Leben eines nierenkranken Kindes (Deutschlandfunk, Die Reportage, 27.10.2013)

Mein angeknüpftes Leben  (Deutschlandradio Kultur, Feiertag, 13.10.2013)

Alexandra Schimmer: Mein Name ist Alexandra Schimmer. Es ist speziell in meinem Fall so gewesen, dass ich leider an Krebs erkrankt bin, und durch die sehr starke, aggressive Chemotherapie meine Nieren dann irgendwann nicht mehr so mitgespielt haben. Es hat dann ungefähr noch zwei Jahre gedauert, so lange zog sich das noch hin, letztendlich ist das aber auch nicht aufzuhalten.

Martin Winkelheide: Seit wann sind Sie in der Dialyse jetzt?

Schimmer: Ich bin seit Ende August hier, also noch nicht so lange.

Winkelheide: Sie sind häufiger hier?

Schimmer: Ja, dreimal die Woche. Die Dialyse selber dauert viereinhalb Stunden, aber mit Aufbau und Abbau und Abdrücken, bin ich ungefähr sechs Stunden hier. Und dann noch die Fahrtzeit nach Hause. Also insgesamt ungefähr sieben Stunden. 

Wie Sie hier sehen können, sind da zwei Punktionsstellen. Durch die eine Nadel mit dem Schlauchsystem wird das Blut aus dem Gefäß herausgezogen, geht dann in die Maschine, läuft durch die künstliche Niere, die Sie hier sehen, und wird dann, nachdem es gereinigt wurde, über die andere Nadel und das Schlauchsystem wieder in das Gefäß zurückgeführt.

Stärkere Unabhängigkeit durch Heimdialyse

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, viel zu lesen, aber wenn man länger hier ist, dann ist es leider wirklich so, dass man viel Fernsehen guckt, weil mit einer Hand das Buch zu halten, und dann wird immer noch der Blutdruck gemessen, das ist einfach schwierig. Letztendlich guckt man Fernsehen, oder ich höre auch ab und zu Hörbücher.  

Für mich war von vornherein klar, dass ich so die typische Dialyse nicht so gerne machen wollte. Also wirklich für den Rest meines Lebens drei Mal die Woche immer in ein Zentrum zu fahren, und sich da quasi so ganz auszuliefern. Deshalb habe ich glücklicherweise von der Heimdialyse erfahren, das wird ja hier angeboten, dass man das hier lernt, und hab mich auf jeden Fall sofort für die Heimdialyse entschieden. Das heißt, ich lerne jetzt hier über mehrere Monate, die Maschine selber aufzubauen, selber abzubauen, mich selber zu punktieren, also alles komplett alleine zu machen.

Winkelheide: Aber das heißt, Sie müssen jetzt auch richtig viel Technik lernen?

Schimmer: Man muss schon einiges Lernen, das ist richtig. Für mich ist es ganz wichtig, ich habe noch eine Tochter, wenn ich jetzt drei Mal die Woche jeden Nachmittag weg wäre, ich glaube, so auf Dauer wäre das nicht so schön. Für das Familienleben einfach, ich bin ja auch noch relativ jung, ich bin 40. Bei dem Gedanken, dass ich vielleicht noch 40 Jahre dialysieren muss, man weiß es ja nicht, ist einfach der Gedanke, das zu Hause machen zu können, wesentlich angenehmer. 

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